4. Tag:

Da Tintagel Castle recht unspektakulär aussah und aus wenig mehr als zwei rechteckigen Gebäuderesten und einer längeren Mauer bestand, betrachteten wir die etwas verwunschen aussehenden Felsen, auf denen die Burgruine stand, nur vom Gelände des direkt gegenüber liegenden Camelot Castle aus. Dieser wuchtige Bau mit einer wenig märchenhaften Rauputz-Fassade war 1894 von Sir Robert Harvey errichtet worden, der sein Geld mit Minen in Südamerika verdient hatte. Nach fünf Jahren Bauzeit wurde er eröffnet und schnell zur In-Location der viktorianischen und edwardianischen Welt. Die Stars dieser Epoche wohnten in der Burg, die auch Drehort der Filme „Ritter der Tafelrunde“ mit Ava Gardner und „Dracula“ mit Sir Laurence Olivier war. Die etwas kitschig wirkende Innenausstattung scheint noch aus dieser Zeit zu stammen. 1999 kaufte John Mappin aus der Juweliersdynastie Mappin and Web das Gebäude und das Gelände als Privatresidenz. Um die Schönheit und Atmosphäre dieses einzigartigen Ortes ganz selbstlos auch anderen zugänglich zu machen, vermietete er bald aber einige Räume auch an Gäste, die dann von einem Teil des Hauspersonals umsorgt wurden. Bei unserem Besuch stand ein schwarzer Bentley mit dem Kennzeichen „MAP“ vor dem Eingangsportal, der Hausherr schien also selbst da zu sein.

Der Ort Tintagel sah nicht anders aus, als die anderen Orte, die wir bisher gesehen hatten, also nicht wie ein Disneyland, wie es im Reiseführer stand. Lediglich in den Läden fand sich jede Menge King Arthur-Kitsch. Sehenswert war aber das alte Postamt aus dem Mittelalter.

Die Weiterfahrt über den Atlantik Highway A39 führte an Ackerflächen und einigen Windrädern vorbei. Nach der Überquerung der Flussmündung des Camel bogen wir wieder auf die kleinen Sträßchen ab, die in regelmäßigen Abständen über Ausweichstellen für den Gegenverkehr verfügen, weil sie so schmal sind, dass zwei Autos sonst nicht aneinander vorbei kommen. Schließlich erreichten wir die Bedruthan Steps, große Felsblöcke, die vor der Steilküste aus dem Wasser ragten. Weil das auflaufende Wasser noch niedrig war, konnte man über eine steile Treppe zum Strand hinunter steigen. Nach einer Stärkung im Tea Room fuhren wir weiter, an Newquay vorbei, dem Surferparadies und größten Badeort des Landes mit seinen berühmten Stränden. Diese waren sogar schon ein wenig bevölkert, obwohl das Wasser noch sehr kalt war. Das letzte Stück bis St.Ives, den Inbegriff Cornwalls, legten wir auf der Autobahn 30 zurück. Die Fahrt zu unserem Cottage gestaltete sich dann schwierig. Wir fanden zwar schnell einen großen Tesco-Supermarkt für den Einkauf für die nächsten Tage, aber nicht den Porthmeor Beach. Unsere Suche führte uns schließlich in die verwinkelten Gassen der Innenstadt, die so eng waren, dass man stellenweise nur mit Zurücksetzen abbiegen konnte. Über die Hafenpromenade, die erstaunlicherweise nicht für Autos gesperrt ist, erreichten wir dann jedoch letzten Endes unsere Unterkunft. Am Abend strahlte noch die Sonne vom Himmel mit weißen Wölkchen, und wir sahen von einer perfekt auf „The Island“ platzierten Bank zu, wie sie schließlich im Meer versank.

Blick auf die Felsen mit Tintagel Castle
Blick auf die Felsen mit Tintagel Castle

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