11. Tag:

Um 5 Uhr standen wir auf und frühstückten mit Rührei, geräuchertem Zebra-Schinken und Brot aus der deutschen Bäckerei in Swakopmund, das auf Vorrat eingefroren und aufgebacken wurde. Um 6.45 Uhr standen wir pünktlich zur Toröffnung in Sesriem in einer Schlange von etwa 30 Fahrzeugen. Im Licht der aufgehendem Sonne setzte sich die Kolonne dann in Bewegung und zog sich sehr schnell auseinander, weil sich niemand an die 60 km/h Höchstgeschwindigkeit hielt. Wir wurden sogar von einem großen Reisebus mit Tempo 100 überholt. Die Asphaltstraße führte erst an einem zerklüftetem Bergpanorama vorbei und verlief später in einem breiten Tal parallel zum Trockenfluss Tsauchab, dessen Weg ins Meer am Ende der Straße durch einen Gürtel von Sterndünen, den höchsten der Welt, versperrt wurde. Auf der Fahrt rückten die Dünen allmählich immer näher an die Fahrbahn heran und auf der Ebene sahen wir mehrere Oryx-Antilopen stehen. Am ersten Parkplatz angekommen, schalteten wir unseren Allrad-Antrieb zu und „schwammen“ damit durch den von unzähligen Fahrspuren durchzogenen tiefen Sand bis zum etwa 3 km entfernten Parkplatz am Dead Vlei. Dabei passierten wir einen anderen Mietwagen, der sich fest gefahren hatte und gerade von Mitarbeitern des Parks wieder flott gemacht wurde. Auf dem weißen Lehmboden des Vleis, aus dem Dutzende dunkle Skelette von abgestorbenen Kameldornbäumen ragten, wirkten die Besucher aus der Ferne wie kleine, bunte Farbtupfer. Nachdem wir uns ausgiebig umgesehen hatten, erklommen wir eine der umliegenden Dünen. Der erste Teil des Anstiegs über die Flanke war recht einfach, denn der Trampelpfad lag im Schatten und man sank kaum ein. Dann ging es aber steiler den Hang hinauf und bei jeden Schritt versanken wir bis über die Knöchel im roten Sand, der so die Schuhe immer weiter füllte. Außerdem rutschte man bei jedem Schritt wieder ein Stück zurück. Auf dem Dünenkamm angekommen, bot sich jedoch ein toller Ausblick auf das umliegende Sandmeer und weitere Vleis. Oben auf der Düne war der Sand auch wieder fester, so dass man bequem den Kamm entlang laufen konnte.

Die Mittagshitze verbrachten wir unter einem schattigen Kameldornbaum und gingen später zu Fuß zum Sossusvlei hinüber. In der Nachmittagssonne kehrten wir schließlich zurück zum Dead Vlei. Dort tauchte eine einzelne Oryx in den Dünen auf, der ich eine Weile folgte, während sie langsam durch die Sandtäler lief und dabei eine Spur aus ihren Hufabdrücken hinterließ. Nur hin und wieder blickte sie kurz zu mir herüber, lief schließlich eine Düne hinauf und verschwand hinter dem Kamm.

Um 16.30 Uhr traten wir die Rückfahrt an. Nach der Sandpassage mussten wir dann noch einmal vor- und zurücksetzen, um den Allrad-Antrieb vollständig auszuschalten. Das Tor erreichten wir erst kurz nach Sonnenuntergang und die Rückfahrt zur Guestfarm erfolgte auf den letzten der insgesamt 40 km schon in tiefer Dunkelheit. Nach dem Abendessen mit Bobotie, einer Art malayischem Hackfleisch-Auflauf, waren wir wieder früh im Bett.

Die roten Dünen von Sossusvlei mit Oryx.
Die roten Dünen von Sossusvlei mit Oryx.

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