23. Tag

Der Weg nach Potosi führte durch die Cordillera de Chichas. Nach der Durchquerung einer sandigen, mit Büschen bewachsenen Hochebene folgte die wenig befahrene Allwetterpiste No. 701 dem Lauf eines kleinen Flusses durch ein grünes Tal mit mehreren Dörfern und hohen, weidenähnlichen Bäumen. Die Landschaft verwandelte sich allmählich in eine felsige Schlucht mit rötlichen Felsen, an einigen Stellen hatte das Gestein auch eine violette Färbung. Unterwegs sahen wir wieder zahlreiche Lamas, oftmals eingepfercht zwischen hohen Lehmziegelmauern, und einige Vicuñas. Bevor wir die 4.065 m hoch gelegene Kolonialstadt Potosi erreichten, erblickten wir schon in Ferne den rot leuchtenden Cerro Rico, den Silberberg. Später führte mich ein kleiner Rundgang die Gassen der Stadt hinauf, im Osten immer den Silberberg im Blick. Bei einer der vielen Kirchen gelangte man durch ein Tor in den Hinterhof und über eine Treppe auf den Glockenturm hinauf, der eine gute Aussicht über die umliegenden Häuser bot. Auf einem Platz fand zudem eine große Kundgebung zum 1. Mai statt. Unter den Rednern war auch ein örtlicher Minenarbeiter, der den Kapitalismus der Staaten des Nordens, insbesondere der USA, wort- und gestenreich verurteilte.

Die 4.065 m hoch gelegene Kolonialstadt Potosi mit dem rot leuchtenden Cerro Rico, dem Silberberg.

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