12. Tag:

Da wir beschlossen hatten nur noch einen weiteren halben Tag in den roten Dünen zu verbringen, frühstückten wir erst um 7 Uhr und machten anschließend einen kleinen Rundgang über die Farm. Durch steiniges Gelände führte der Weg zu einer Wasserstelle in den Hügeln. Daneben stand der „Leopardenbaum“ mit einer Kamerafalle und einem abgefressenen Köder. Durch ein Revier, wie Trockenflüsse auf Afrikaans heißen, liefen wir von dort zurück zum Haupthaus.

Um 12 fuhren wir dann ein zweites Mal nach Sesriem. Bei 32 °C und vom Himmel brennender Sonne stoppten wir zuerst an einem markanten Schild am Straßenrand. Darauf stand, dass „The Namib Sand Sea“ 2013 in Phnom Penh zum Weltnaturerbe erklärt wurde. Das Sandmeer sei eine einzigartige Nebelwüste mit einem großen Areal von wandernden Dünen. Es zeige die geomorphologischen, ökologischen und evolutionären Auswirkungen eines windgesteuerten Prozesses und beheimate viele endemische Pflanzen und Tiere, die sich perfekt der extremen Umgebung angepaßt hätten.

Am Parkplatz für normale Fahrzeuge angekommen, entdeckten wir einen Wegweiser zum Hidden Vlei und beschlossen die verbleibenden 2,5 Stunden zu dessen Besuch zu nutzen und nicht mehr weiter zum Sossusvlei zu fahren. Nach 2 km Fußmarsch durch den Sand wussten wir, dass wir uns richtig entschieden hatten, denn wir waren die Einzigen dort. Unterwegs waren wir nur einer scheuen, etwas zerfetzt aussehenden Eidechse begegnet, die sich gerade häutete. Der Weg über den Hang in die Lehmpfanne hinunter war zwar mit Fußspuren übersät und im Vlei selbst gab es sogar eine tief eingedrückte Fahrspur, davon abgesehen sah aber alles unberührt aus. Der ausgetrocknete weißen Boden zeigte ein Octagon-Muster, es gab abgestorbene Bäume und auch schöne Dünen. Auf dem Rückweg bei bestem Fotolicht entdeckten wir einige schöne Motive, konnten die guten Bedingungen aber nicht vollständig ausnutzen, weil wir ja rechtzeitig zurück zum Tor mussten. Dort angekommen, erhielten wir die Nachricht, dass wir dringend bei Avis Swakopmund anrufen sollten. Beim Abendessen mit Oryx-Steak und Eis mit Amarula erzählte Horst, dass er statt der Gästezimmer ursprünglich Safari-Zelte aufstellen wollte, diese wären aber teurer und weniger haltbar gewesen als die selbst gebauten Bungalows. Bei deren Errichtung hätte der angeheuerte Maurer allerdings mitten in den Arbeiten ganz unvermittelt gesagt, dass er nun genug Geld habe und deshalb morgen gehen würde, was er auch tat. Das sei eine typische Einstellung vieler Schwarzer, deren Mentalität sich zudem in der Inneneinrichtung der großen Häuser von Neureichen wiederspiegele. Vor der Tür stehe ein teures Auto, die Wohnung sei aber abgesehen vom Bett und einem großem Flachbildschirm mehr oder weniger leer. Das Wohnzimmer der Farm war dagegen mit Zebra-, Geparden- und Leopardenfellen, Fotos und vielem mehr liebevoll dekoriert.

Fahrspur im trockenen Hidden Vlei.
Fahrspur im trockenen Hidden Vlei.

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