15. Tag

Wie an jedem Morgen bevölkerte eine Gruppe von Breithauben-Stirnvögeln (Russet-backed Oropendola) die Lima dulce- und Guiaba-Bäume vor dem Haupthaus, um die süßen Früchte zu verzehren. Beim Frühstück sagte Martha, dass sie und Pepe die nächste Woche keine Schokolade und keinen Zucker essen würden, um sich auf eine Ayahuasca-Zeremonie am 6. August vorzubereiten. Wer das Gebräu aus einer Liane mit halluzinogenen Substanzen trinken wolle, dürfe drei Tage vorher und drei Tage nachher nur Obst und Gemüse essen.

Medienwissenschaftler Werner hatte auf der Bootstour erzählt in seiner Jugend als Proband an einem Forschungsprojekt zu Ayahuasca teilgenommen zu haben. Es sei die stärkste emotionale Erfahrung seines Lebens gewesen, denn die Halluzinationen seien bedingt steuerbar gewesen.

Mittags kamen Raul und Marie, um die Lodge für die am Nachmittag eintreffende Touristengruppe aufzuräumen. Kurz nach deren Ankunft setzte ein heftiges Gewitter ein, das erst nach Stunden wieder aufhörte. Beim Abendessen erzählte mir Führerin Alcy, die dieses Mal von ihrem Mann und ihrem fünfjährigen Sohn begleitet wurde, dass sie früher für einen anderen Tour-Operator gearbeitet habe, der den Lohn nur zögerlich in Teilbeträgen zu 20 oder 50 US$ ausgezahlt habe. Bei Martha würde sie ihre 200 US$ pro Monat dagegen immer pünktlich und vollständig bekommen. Weil mein Bett für die Gäste gebraucht wurde, musste ich mir für die Nacht ein Zelt aufbauen.

Ein Breithauben-Stirnvogel vor der Veranda der Atalaya Lodge.

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