16. Tag

Wir verzichteten auf einen Abstecher zum wolkenverhangenen Mt. Whitney und fuhren direkt auf dem Hwy 395 weiter nach Norden. Das Tinemaha Wildlife Reservat, das sich bei bei Fish Springs bis über die Autobahn erstreckte, entpuppte sich vor Ort als nicht umzäuntes Gebiet. Auf seinen Weiden sahen wir zwar viele Rinder, von den dort lebenden Tule-Wapitis entdeckten wir aber keine Spur. Der Fahrer eines Straßenhobels, den wir dort trafen, erklärte, die Herde von etwa 50 Tieren laufe frei herum, an diesem Morgen habe er sie aber auch noch nicht gesehen. Wenig später führte bei Mammoth Lakes eine Schotterpiste auf den Gipfel des Lookout Mountain, mit einem schönen Blick auf die umliegenden, inzwischen fast wolkenfreien Berge. Schilder am Highway zeigten ein Stückchen weiter an, dass der Tioga-Pass in den Yosemite-N.P. geschlossen sei. Später erfuhren wir, dass es in der Nacht geschneit hatte und die Straße gerade geräumt wurde. Als wir gegen 13 Uhr in Lee Vining ankamen, lasen wir auf dem dortigen Schild dann, dass der Pass inzwischen wieder frei war.

Den Nachmittag nutzten wir für eine Besichtigung der Geisterstadt Bodie. Der Herr im Kassenhäuschen erzählte, dass die Hälfte der Besucher aus Deutschland komme. Nach einer Erklärung gefragt, ergänzte er, dass die Deutschen wohl besonderen Gefallen am Wilden Westen gefunden hätten. Einige kämen z.B. mit einer Jack Daniels-Kappe, hörten laute Johnny Cash-Musik, sprächen aber kein Wort Englisch und seien dann immer froh, wenn sie Bodie endlich gefunden hätten. Die Stadt ist benannt nach Waterman S. Body, der dort 1859 Gold entdeckte. 20 Jahre später hatte der junge Ort bereits 10.000 Einwohner und einen zweifelhaften Ruf. 1881 nannte ihn der Pfarrer F.M. Warrington „ein Meer der Sünde, von Stürmen der Wollust und Leidenschaft gepeitscht.“ Die Minen des Ortes produzierten Gold im Wert von insgesamt 90-100 Mio. US$. 1962 zum State Park ernannt, wird die verlassene Stadt seitdem im Zustand des „erstarrten Verfalls“ erhalten.

Am Abend fuhr ich noch ans Südufer des Mono Lake zur South Tufa Reservation, einem Gebiet mit vielen meterhohen Kalksteingebilden. Als ich ankam, war die Sonne schon verschwunden, aber über ein Dutzend Fotografen mit Stativen waren noch dort.

Meterhohe Kalksteinformationen in der South Tufa Reservation am Mono Lake.

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