f0. Tag

Um 6.25 Uhr starteten wir zum 50-minütigen Flug von Düsseldorf nach Amsterdam. Nach einem Sicherheitscheck mit einem der umstrittenen Körperscanner, der auch bei mir verdächtige Stellen an den Oberarmen anzeigte, hoben wir dann um 10.05 Uhr zur Weiterreise nach Kapstadt ab. Weil die Boing 777-200 nicht komplett ausgebucht war, konnte ich noch einen Platz mit viel Beinfreiheit am Notausgang ergattern und die Stewardess gab mir den Tipp mir einen solchen zukünftig gegen Aufpreis gleich bei der Buchung reservieren zu lassen. Im Flugzeug las ich in der Süddeutschen einen Bericht über die zunehmende Gefährdung der Nashörner in Südafrika durch Wilderei. In Asien gilt das pulverisierte Horn als Medizin, obwohl es genau wie menschliche Fingernägel und Haare aus Keratin besteht, das wissenschaftlich nachgewiesen keinerlei heilende Wirkung hat. Trotzdem bringt ein 7 kg schweres Horn in China ca. 350.000 Euro ein, während in Südafrika das lebende Tier im Ganzen in den vergangenen Jahren für „nur“ 60.000 Euro zu haben war. Inzwischen ist der Preis allerdings aufgrund des gestiegenen Tötungsrisikos auf 30.000 Euro gesunken. Von den noch lebenden 20.000 Breitmaul- und 4.800 Spitzmaulnashörnen sind etwa 83% in Südafrika beheimatet. Bis 2008 wurden davon jährlich ein gutes Dutzend gewildert, 2010 waren es schon 333 tote Tiere und für 2011 rechnet man mit einem Verlust von 400 Exemplaren. Diese Zahl übersteigt zwar noch nicht die Fortpflanzungrate, doch die illegalen Jäger sind mit leichten Hubschraubern, Hightech-Armbrüsten und Nachtsichtgeräten meist deutlich besser ausgerüstet als die Wildhüter. Allein 400 von ihnen bewachen den Krüger-Nationalpark, da dieser jedoch fast so groß wie Hessen ist, patroulliert zusätzlich eine Einheit der Armee an der 300 km langen Grenze zu Mosambik und Simbabwe. In diesem völlig korrupten Land haben Wilderer allein zwischen 2008 und 2010 etwa 60% des Nashornbestandes erlegt. In Südafrika ließ dagegen nicht nur Ed Hern, der Gründer des privaten Rhino&Lion-Parks in der Nähe von Johannesburg die Hörner seiner Tiere vergiften. Die verwendete Substanz ist für die Nashörner selbst harmlos, für den Menschen aber gefährlich. Außerdem färbt sie das Horn rot, sobald es zerrieben wird. Eine andere Schutz-Methode ist das Implementieren eines GPS-Funkchips, der sofort Alarm auslöst, wenn er ein definiertes Gebiet verlässt.

Um 21.15 Uhr Ortszeit (MEZ), eine Viertelstunde vor der planmäßigen Ankunft, landeten wir dann am Abend bei kühlen 9°C Außentemperatur in Kapstadt. Die Fahrt zum Hotel erwies sich jedoch als etwas kompliziert. Nach drei Wegbeschreibungen, die wir an verschiedenen Tankstellen erfragt hatten und von denen eine komplett in die Irre führte, und einer kurzen Beratung mit einem anderen Autofahrer, der selbst einen Stadtplan auf den Knien hatte, bezogen wir dann aber schließlich doch unser Zimmer.

Blick vom Signal Hill auf Kapstadt bei Nacht.
Blick vom Signal Hill auf Kapstadt bei Nacht.

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