17. Tag

Als wir um 6.45 Uhr aufstanden, strahlte die Sonne vom blauen Himmel und der Tioga-Pass war geöffnet. Den Ellery Lake und den Tioga Lake sowie den Eingang zum Yosemite-N.P. passierten wir noch bei Sonnenschein und nur 35°F (2°C). Am Lembert Dome und den Tuolumne Meadows zog es sich dann bereits zunehmend zu und vom Olmsted Point sahen wir das Tal und den 2.695 m hohen Half Dome nur noch bei herauf ziehendem Nebel unter einer geschlossenen Wolkendecke. In einem 1868 erschienenen Buch stand seinerzeit, dass dieses Wahrzeichen des Parks niemals von einem Menschen bestiegen werden würde. Diese Behauptung wurde als Herausforderung verstanden, und so erreichte George Anderson schon 1875 den Gipfel des Felsens. Das war der Beginn eines neuen Zeitalters im Klettersport.

Ein Herr, der sich als Profifotograf aus Jacksonville, Florida, vorstellte, hatte seine EOS 1D auf den Half Dome gerichtet und wartete darauf, dass er von einem einzelnen, durch die Wolken brechenden Sonnenstrahl dramatisch beleuchtet würde. Eigentlich hatte er schon um 5 Uhr morgens vor Ort sein wollen, aber leider verschlafen.

Auf den Weg ins Tal hielten wir am 189 m hohen Bridalveil Fall, der häufig vom Wind wie ein Brautschleier bis zu 8 m breit auseinander gezogen wird. Der auf das Wasser treffende Wind verursacht dabei laute Geräusche, wie ein sturmgepeitschtes Segeltuch. Je nach Windrichtung stehen die Besucher am Fuß des Wasserfalls dabei im dichten Sprühnebel.

Im Tal herrschte großer Andrang und alle Parkplätze waren bereits voll. Die Besuchermassen an diesem Samstag standen in krassem Gegensatz zum einsamen Naturerlebnis, das sie dort suchten. Gegen 13.30 Uhr erreichten wir das Curry Village. Als wir eine Stunde später von unserer Cabin zum Mirror Lake aufbrachen, regnete es. Vom See fuhren wir mit dem Shuttle-Bus trotzdem zu den Yosemite Falls und kehrten dann noch immer im Regen zu unserer Hütte zurück.

Das Tor zum Yosemite-Nationalpark am Tioga-Pass.

 

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