17. Tag

Wir wollten wie gewohnt um 7 Uhr frühstücken, die beiden Manager schlugen 7.30 Uhr vor, aber letztendlich standen erst um 7.45 Uhr für jeden zwei Scheiben Toast und zwei Stücke Speck sowie ein winziger Topf Bohnen und ein etwas größerer Topf Rührei auf dem Tisch. Der Campbesitzer brauste derweil schon mit seinen beiden Freunden und seinen Gewehr auf einem Geländewagen zur Jagd davon. Unser Wunsch die zweite Nacht zu stornieren, war „no problem“, also packten wir unsere Sachen und fuhren ins 20 km entfernte Himbadorf auf dem Gelände der Toko Lodge. Der Bushcamp-Chef hatte uns dort für 9 Uhr angemeldet und wir wurden schon von unserem Führer erwartet, der mit uns dann zum ein paar hundert Meter vom Haupthaus entfernten Dorf ging. Dieses bestand aus einem guten Dutzend Hütten, die sich im Kreis um einen zentralen Verschlag mit ein paar Ziegen gruppierten. Wir gingen dann zu allen Hütten und durften die Bewohner fotografieren, so sie sich denn zeigten. Während die Männer Jeans und T-Shirt trugen, waren die Frauen nur mit Schmuck und einem traditionellen Lederschurz bekleidet, unter dem allerdings oft ein Stoffrock hervorschaute. Ihre langen, rastaähnlichen Haarsträhnen waren früher aus Tierhaaren und bestanden nun aus Plastik-Extensions, erklärte der Führer. Die jungen Frauen hatten alle ein Baby und eine bat uns schließlich in ihre Hütte, um uns die traditionelle Herstellung der Ockerpaste und eine rituelle Dampfreinigung zu zeigen, denn die Himba waschen sich nie mit Wasser. Als wir wieder aus der Hütte traten, hatten die anderen Frauen davor einen Kreis gebildet und vor sich Ketten, Armreifen, Püppchen und Holztiere ausgebreitet.

Wir fuhren dann weiter zum Etosha-N.P.. Da am Galton Gate der Speedpoint-Kartenleser defekt war, konnten wir den Parkeintritt nur bar bezahlen. Auch konnte man uns nicht sagen, ob im Dolomite Camp oder in Okaukuejo noch drei Betten frei waren, denn im Büro gab es weder einen Internet-PC noch ein Telefon. Immerhin erklärte sich die Dame wenigstens bereit mit ihren eigenen Handy anzurufen, wenn wir dafür 10 N$ bezahlten. In Dolomite ging dann niemand ans Telefon, aber in Okaukuejo sei sicher noch etwas frei, teilte sie uns schließlich mit. Also machten wir uns auf den 190 km langen Weg dorthin. Zuerst führte die Parkpiste durch hügeliges Gelände, bald jedoch durch flaches Land, das teilweise mit gelbem Gras bewachsen, teilweise bewaldet, teilweise aber auch nur staubig und steinig war. Neben Springböcken und Oryx sahen wir zwei kleine Giraffengruppen und eine Zebraherde mit mehr als 100 Tieren, von denen einige ganz entspannt im Gras lagen, alle Viere von sich gestreckt. Außerdem liefen uns ein halbes Dutzend Schakale und drei Löffelhunde über den Weg. Als wir gegen 16.30 Uhr im Camp ankamen, sagte die Dame im Tourist Center, dass alle Chalets ausgebucht seien, bot aber keine weitere Hilfe an. Auf Nachfrage erklärte sie, dass das Internet heute nicht funktioniere und sie auch nicht anrufen könne, um in Halali nachzufragen, aber da sei bestimmt noch etwas frei. Auf diesen Rat wollten wir uns besser nicht verlassen und dann ohne Bett im Camp feststecken, darum verließen wir den Park durch das nur 17 km entfernte Anderson-Gate, um außerhalb eine Unterkunft zu suchen. Die 65 Zimmer des 8 km hinter dem Tor gelegenen Etosha Safari Camps waren ebenfalls schon ausgebucht, aber auf der anderen Straßenseite fanden wir im Eldorado Guesthouse dann schnell eine empfehlenswerte Alternative. Im Zimmer zeigte sich später sogar die erste Mücke der Reise.

Himba-Frau bei Kamanjab.
Himba-Frau bei Kamanjab.

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