18. Tag

In der kalten verregneten Nacht hatten wir in der Ferne die Kojoten heulen hören. Am sonnigen Morgen fanden wir an der Frontscheibe unseres Autos einen gelben Zettel des Park-Service vor. Schon beim Einchecken hatte ich unterschreiben müssen über die Anwesenheit von Bären belehrt worden zu sein, und mich dabei gleichzeitig verpflichtet weder Essen, noch Getränke oder Parfüm im Fahrzeug zurückzulassen. Bei der abendlichen Parkplatz-Kontrolle hatte dann ein Ranger die Zapfen gesehen, die wir auf der bisherigen Reise gesammelt hatten und gleich schriftlich darauf hingewiesen, dass es verboten sei Zapfen oder andere Dinge aus dem Park zu entfernen.

Nach erneuten Kurzbesuchen der Yosemite – und des Bridalveil Falls, dieses Mal aber bei schönem Wetter, entdeckten wir bei einem Stop am El Capitan einige Kletterer hoch oben in der senkrechten Wand des 2.307 m hohen Felsens. Dann fuhren wir über die Glacier Point Road zum Sentinel Dome, wo ein 1,1 Meilen langer Weg auf die kahle Granitkuppe des 2.476 m hohen Felsens hinauf führte. Oben konnte man nicht nur die Reste der vor 40 Jahren von Ansel Adams fotografierten Jeffrey-Kiefer bewundern, sondern auch das herrliche 360°-Panorama genießen. Der Glacier Point am Ende der Straße bot bei noch immer schönem Wetter weitere tolle Ausblicke ins Tal. Auch unsere Cabin, die fast 1.000 Meter unterhalb des 2.199 m hohen Felsens lag, war zu sehen. In einer kleinen Hütte, die einst Geologen vor dem Abgrund errichtet hatten, stand auf einer Tafel, dass in den USA der Blitzeinschlag das Naturereignis ist, das jedes Jahr die meisten Menschen tötet. Das erkärte warum wir schon in den vorher besuchten Nationalparks überall die Empfehlung gelesen hatten, bei herannahenden Wetterumschwüngen umgehend tiefere Stellen oder das Auto aufzusuchen. Gegen 17 Uhr verließen wir dann den Parkplatz des gut besuchten Aussichtspunkts und fuhren nach Oakhurst.

Die senkrechte Wand des 2.307 m hohen Felsens „El Capitan“ im Yosemite Nationalpark.

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