25. Tag

Wir fuhren am Beacon Hill Park vorbei zum Meer und dann über den Scenic Marine Drive, der am Ufer entlang durch sehr gepflegte Wohnviertel mit schicken Häusern und hübschen Gärten führte. Im deutlichen Gegensatz dazu hatten wir in der Innenstadt aber auch viele Bettler und Obdachlose gesehen, einer von ihnen saß sogar im Rollstuhl und hatte im Hauseingang neben unserem Hostel im Schlafsack übernachtet.

Um 10.30 Uhr legte dann die Fähre nach Port Angeles ab, die amerikanischen Grenzformalitäten waren wieder sehr unkompliziert und bestanden nur aus einigen Fragen. Während der 90-minütigen Überfahrt durch die Juan de Fuca-Straße schien bei leichtem Seegang die Sonne. Von den 150 Orcas, die in den Gewässern um Vancouver Island leben, ließ sich aber erwartungsgemäß keiner blicken. Nach dem Einlaufen in den Hafen fuhren wir gleich zum Parkhauptquartier des 1938 gegründeten Olympic-N.P.. Der Park beherbergt die weltweit größte Herde von Roosevelt Hirschen und seine Fläche besteht zu 95% aus Wildnis.

Obwohl sich die Berge von unten betrachtet in graue Dunstschleier hüllten, versicherte man uns dort, dass die Sicht weiter oben gut sei. Und so war es tatsächlich, die Fahrt hinauf führte zwar minutenlang durch dichten Nebel mit einer Sicht von teilweise nur knapp 20 m, oben auf dem 1.570 m hohen Hurricane Ridge schien aber wieder die Sonne. Der Name des Gebirgskamms leitet sich von den zahlreichen Stürmen ab, die mit bis zu 120 km/h über ihn hinwegfegen. Das Visitor Center bot einen herrlichen Blick auf die von den gut zehn Metern Schnee, die dort pro Jahr bis in den Sommer hinein fallen, geformte Landschaft und die umliegenden Berggipfel. Während die Straße komplett geräumt war, lag auf den Wegen noch recht viel Schnee, so dass wir auf eine längere Wanderung verzichteten.

Schon kurz vor dem Visitor Center war ein Schwarzbär oberhalb der Straße über einen Schotterhang gelaufen, hatte beim Abweiden der vereinzelt dort wachsenden Grasbüschel immer wieder kleine Steinlawinen losgetreten und war nach ca. 45 Min. im Wald verschwunden. Auf den grasbewachsenen Hängen unterhalb des Visitor Centers, auf denen weiter oben einige Rehe weideten, tauchte dann unten am Waldrand ein weiterer Schwarzbär auf, der plötzlich erschrocken losrannte. Da es im Park keine Grizzlies gibt, konnte die Ursache nur ein anderer, größerer Schwarzbär sein, der bald darauf auf die Wiese trat. Es war der 36. und letzte Bär, den wir auf dieser Reise sahen. Später kamen auf der Wiese noch drei Olympic Murmeltiere aus ihrem Bau und sahen sich nach allen Seiten gründlich um.

Zurück in Port Angeles fanden wir ein komfortables Motel auf einem Hügel am Wasser, von dem wir in der Abendsonne einen schönen Blick über die Meerenge bis hinüber nach Kanada hatten.

Schwarzbär an der Straße zur Hurricane Ridge.

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