29. Tag

Nach einem schnellen Frühstücksimbiß brachte uns ein Taxi um 3.30 Uhr zum Flughafen. Das tagsüber so geschäftige El Alto war menschenleer und auch die Schalterhalle erwachte bei unserer Ankunft erst langsam zum Leben. Die Verkäuferin des Souvenirshops schminkte sich bei geöffneter Ladentür und glättete sich dann die Haare mit einem Brennstab, während ein Flughafenmitarbeiter die Abdeckungen über den Computern der Abfertigungsschalter aufschloss und entfernte.

Der Rückflug nach Miami beinhaltete eine Zwischenlandung in Santa Cruz, der Hauptstadt des gleichnamigen Departamento, auf 420 m Höhe im tropischen Osten von Bolivien gelegen. Während es draußen regnete, lief im Flugzeug eine aufwändige Durchsuchungsaktion ab. Alle Gepäckablagen wurden mit einem Spiegel inspiziert und jeder Sitz wurde vorne, hinten und unter dem Polster abgetastet, schließlich hätte ja ein Attentäter eine Bombe im Flugzeug verstecken und es dann vor dem Weiterflug in die USA verlassen können. Nach unserer Ankunft in Miami um 15.35 Uhr Ortszeit folgten gleich die nächsten Sicherheitsmaßnahmen. Neben dem vom Hinflug bekannten Prozedere mussten wir auch unser gesamtes Gepäck vom Band holen, erneut durchleuchten lassen und dann für den Flug nach Madrid wieder einchecken. Da wir danach bis zum Weiterflug um 20.10 Uhr, der sich dann auch noch um 45 Min. verspätete, noch jede Menge Zeit hatten, verließen wir den Flughafen, um in der fast subtropischen Luft die großen amerikanischen Autos und Busse zu bewundern, die vor dem Terminal vorfuhren. Dabei standen wir direkt neben einer Haltestelle des Busshuttles für die Airport-Angestellten. Beim Beobachten der zum Feierabend nach Hause fahrenden Leute fiel uns auf, dass fast jeder von ihnen eine Waffe trug, nicht nur die Polizeibeamten. Im Gegensatz dazu hatten wir in La Paz kaum einen Bewaffneten im Flughafen gesehen.

In Buchladen des Flughafens durchstöberte ich die amerikanischen Alaska-Reiseführer nach Informationen über die Grizzly-Bären am McNeal-Fluß. Ich las, dass es dort seit 1973 ein Schutzgebiet gibt, welches von Mitte Juni bis Mitte September nur 10 Personen pro Tag besuchen dürfen. Für das Permit muss man sich mit ca. 3.000 anderen bei einer jährlichen Lotterie bewerben, die Teilnahme kostet 25 US$, gehört man zu den glücklichen Gewinnern kostet das Permit weitere 350 US$. In das Gebiet kommt man nur mit dem Wasserflugzeug, außerdem muss man Verpflegung und Zelt selbst mitbringen. So kam ich zu dem Schluss, dass für die Beobachtung von Bären, wenn auch vielleicht nicht beim Lachsfang, andere Alternativen die sinnvollere Wahl sein könnten.

Das Abendessen nahmen wir anschließend stilecht bei Burger King ein, wobei ich feststellte, dass Dr.Pepper viel besser schmeckt, als ich es aus New York in Erinnerung hatte. Das koffeinhaltige, 1885 in Waco (Texas) erfundene Getränk erinnerte ein wenig an Cherry Cola mit einer leichten Marzipannote.

Denkmal mit Regierungspalast an der Plaza Murillo in La Paz.

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