18. Tag:

Nach dem Frühstück führte uns der Barmann des Guesthouse noch für 100 N$ p.P. zu den hauseigenen Freigehegen. Zuerst besuchten wir eine Leopardin, die offenbar sofort wusste, was von ihr erwartet wird. Sie kam vom anderen Ende des Geheges durch das Gras zu einem Baum und kletterte hinauf. Dann legte sie sich in eine Astgabel in der leider recht verwinkelten, aber immerhin blätterfreien Krone und blieb auch dort, bis wir wieder gegangen waren. Von der anderen Gehegeseite aus ca. 20 m Entfernung konnten wir das Tier schon kaum noch ausmachen, obwohl wir genau wussten wo es lag. Auf einer Pirschfahrt in Etosha oder einem anderen Nationalpark würden wir einen Leoparden, der sich nicht bewegte, also wohl kaum entdecken, selbst wenn er nur wenige Meter neben der Straße liegen sollte. Die weiteren Gehege beherbergten noch zwei Karakals, eine Tüpfel- und eine braune Hyäne, auch Strandwolf genannt, sowie drei Geparde, denen der Barmann an einem langen Spieß ein paar Fleischbrocken zum Frühstück reichte.

Zurück in Etosha sahen wir zunächst nicht viel. Am Rietfontein-Wasserloch konnten wir dann aber eine große Elefantengruppe beobachten, die aus ca. 50 Tieren und zwei Herden zu bestehen schien. Die Dickhäuter planschten im Wasser, trompeteten lautstark und einige Halbstarke maßen spielerisch ihre Kräfte. Nachdem wir in Halali unsere vorgebuchten Quartiere bezogen hatten, besuchten wir zunächst das campeigene Wasserloch, wo ebenfalls eine kleine Elefantengruppe anwesend war. Mit bis zu 4 m Schulterhöhe sind die Elefanten von Etosha die größten von Afrika, ihre Stoßzähne sind aufgrund von Mineralienmangel aber vergleichsweise klein und brüchig.

Um 15 Uhr fuhren wir dann bei 30 °C noch einmal bis zum Goas Wasserloch. Bei bestem Nachmittagslicht stimmte dort die Kulisse, aber die Darsteller fehlten. Wir sahen nur eine Riesentrappe, einen Adler und ein Dutzend Springböcke, die kurz zum Trinken vorbeischauten. Im Camp stieg ich dann noch auf den Hügel mit dem Sendemast und einigen knorrigen Moringa-Bäumen, von denen ich einen 1999 noch auf Dia vor dem bunten Abendhimmel fotografiert hatte. Jetzt waren aber immer die Leuchten des Wegs zum Wasserloch mit im Bild, die es damals noch nicht gegeben hatte. Nach dem Abendbuffet gingen wir noch einmal zum Moringa-Wasserloch im Camp. Dort zeigte sich zuerst ein Hase, dann zwei Schakale und schließlich drei sehr vorsichtige Nashörner: Eine Mutter mit Kind und ein einzelnes Tier. In nicht allzu großer Entfernung hörten wir die Hyänen heulen und immer wieder flatterte eine Fledermaus völlig lautlos durch das Scheinwerferlicht.

Leopard auf dem Gelände vom Eldorado Guesthouse.
Leopard auf dem Gelände vom Eldorado Guesthouse.

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