20. Tag

Am Morgen wachten wir in einer kalten Cabin auf, da wir den Brennwert des Holz überschätzt hatten und der Ofen in der Nacht ausgegangen war. Nach einem sehr reichhaltigen Frühstück fuhren wir zurück bis zum Abzweig zum Hume Lake. Die Lage dieses Sees war zwar sehr idyllisch, die Atmosphäre jedoch ganz und gar nicht, denn im örtlichen Christian Camp fand gerade ein Jugendlager mit 300-400 Teilnehmern statt. Von dort verlief die Straße zunächst am Rand des 2.000 m tiefen Kings Canyon entlang und schlängelte sich dann zur Talsohle hinab, wo sie dem kleinen, nur an wenigen Stellen reißenden Kings River bis zur Zumwalt Meadow folgte. Nach einem Spaziergang um die Wiese, die die 25 Meilen Anfahrt aber nicht wirklich rechtfertigte, kehrten wir zum Generals Highway zurück, der zum Besucherzentrum des Sequoia-N.P. führte. Dieses befindet sich in der Nähe des Giant Forest, einer Ansammlung von mehreren hundert Mammutbäumen. Der bekannteste von ihnen ist der General Sherman Tree. Es gibt zwar sowohl höhere als auch dickere Sequoien, aber wenn man das Volumen des Stamms betrachtet, so ist er mit 31 m Umfang bzw. 11 m Durchmesser, einer Höhe von 84 m und einem Gewicht von 1.256 Tonnen der größte Baum der Welt. Das Größenverhältnis einer Maus, die zu einem 1,80 m großen Menschen aufblickt, entspricht dem eines 1,80 m großen Menschen, der zum General Sherman Tree aufblickt. Seine Krone ist zwar längst abgestorben, so dass der Stamm nicht mehr weiter in die Höhe wächst, sein Volumen nimmt aber weiterhin jedes Jahr um die Masse eines größeren Durchschnittsbaums zu. Weil der Gigant ideale Wachstums-bedingungen vorfand, ist er ca. 1.000 Jahre jünger als der mit 3.200 Jahren älteste Sequoia.

Der zwei Meilen lange Congress-Trail führte an Dutzenden weiteren Mammutbäumen vorbei, älteren und jüngeren, dickeren und dünneren sowie höheren und niedrigeren. Fast allen gemeinsam waren aber die großen Brandnarben an ihren Stämmen. Auf der Weiterfahrt nach Three Rivers machten wir dann noch einen Abstecher zum Moro Rock. Nachdem ich die 100 Höhenmeter zur Spitze des Granitfelsens über viele Treppenstufen zurückgelegt hatte, konnte ich die sehr kurvenreiche Straße hinab zum Parkausgang bei Ash Mountain im Dunst nur schemenhaft erkennen. In der Abenddämmerung konnten wir im kleinen beleuchteten Motelpool aber noch ein paar Züge schwimmen, während wir am Vorabend zur gleichen Zeit noch vor dem warmen Ofen gesessen hatten.

Die Zumwalt Meadow im Kings Canyon Nationalpark.

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