2. Tag

Über den Paseo del Prado spazierten wir zur Plaza San Francisco mit der gleichnamigen Barockkirche. Der Innenraum mit unverputzten Mauern und Gewölben war mit vielen geschnitzten Altären geschmückt, die über zahlreiche Nischen mit lebensgroßen Heiligenfiguren verfügten. Diese waren bunt bemalt und mit echten Gewändern bekleidet. Als besonderes Accessoire trug ein Mönch z.B. eine Lichterkette über seiner Kutte, während über dem Kopf einer anderen Figur ein leuchtender Neonröhren-Heiligenschein erstrahlte. Die ganze Zeit las ein Lektor an einem Pult vor dem Altar über Mikrofon aus der Bibel vor. Von der Kirche aus ging es weiter zu Calle Jaen. Die idyllische Gasse mit Kopfsteinpflaster und bunten Häuserfassaden aus dem 18. Jh. gilt als die schönste von ganz La Paz. Vorbei am Haus von Pedro Domingo Murillo führte der Weg zur gleichnamigen Plaza, wo der Freiheitskämpfer 1810 gehängt worden war. Seit 1905 steht dort das Parlamentsgebäude. Zwischendurch machten wir Halt in einer kleinen Panaderia, wo wir uns mit einer Roulade aus Quinoa-Mehl mit Orangenfüllung stärkten. Die Pseudocerealie Quinoa, die schon die Inka angebaut hatten, gab dem sehr saftigen Gebäck eine aromatische Note.

Am Nachmittag zeigte uns Aldo den mit Seilwinde, 100l Dachtank, verstecktem Schalter zur Zündunterbrechung und vielem mehr gut ausgestatteten Geländewagen. Außerdem bekamen wir einen Satz Kopien detaillierter Militärkarten und ein Blatt mit GPS-Koordinaten. Auf Aldos Rat hin entschieden wir uns die geplante Tour komplett umzudrehen und zuerst nach Norden zu reisen, weil der Salar de Uyuni jetzt möglicherweise noch zu feucht und erst in 14 Tagen sicher zu befahren war.

Die Barock-Kirche San Francisco an der Plaza San Francisco in La Paz.

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