1. Tag:

Bei blauem Himmel und Sonnenschein folgten wir in Canterbury den gut erhaltenen Stadtmauern um das Gelände der Kathedrale herum und bogen dann in eine der inneren Gassen der Altstadt ein. An der Palace Street bestaunten wir das nach oben immer ausladender werdende, etwas schiefe Sir John Boys’ House, das Charles Dickens so beschrieb: „… a very old house bulging out over the road … leaning forward, trying to see who was passing on the narrow pavement below…“, wie in goldenen Lettern auf einem schwarzen Querbalken nachzulesen ist. Vorbei am Christ Church Gate bogen wir ab zur breiten High Street, der Flaniermeile der Stadt. Die Cafés auf dem Weg zum Westgate, einem der besterhaltendsten Stadttore Englands, waren von bereits recht sommerlich gekleideten Gästen bevölkert und die gepflegten West Gate-Gardens mit bunt bepflanzten Blumenbeeten und dem malerischen Flüsschen Stour waren ebenfalls gut besucht. Viele Spaziergänger flanierten am alten Rathaus und blühenden Magnolien vorbei, Maler zeichneten mit Bleistiften oder Wasserfarben die schöne Szenerie und am Ufer war ein halbes Dutzend Kähne vertäut. Daneben standen die Ruderer in leuchtend roten Jacken und warteten auf Ausflügler.

Auf der Weiterfahrt nach Minehead gelangten wir durch die teilweise etwa unklare Ausschilderung auf einen 50 km Umweg über die Ringautobahn um London. Aufgrund der vielen Kreisverkehre auf der Strecke, wurde uns aber deren System endlich richtig klar. An den Einmündungen zeigt auf der linken Spur ein Pfeil nach links, also in Fahrtrichtung, und auf der rechten Spur ein Pfeil in die entgegengesetzte Richtung. Wer den Kreisverkehr an der nächsten Ausfahrt wieder verlassen möchte, fährt auf der linken Spur auf die äußerste Spur des Kreisverkehrs, denn wer sich dort eingeordnet hat, nimmt immer die jeweils nächste Ausfahrt. Wer dagegen zur hintersten Ausfahrt möchte, fährt über die rechte Spur auf die innerste Spur des Kreisverkehrs und kann von dort dann auf die kurze rechte Spur der Ausfahrt wechseln und sich dort auf die weiterführende linke Spur einfädeln. Bei großen Kreisverkehren mit vielen Ausfahrten gibt es zusätzlich noch eine oder zwei mittlere Spuren.

Als wir in die Gegend um Salisbury kamen, sah es dort genauso aus, wie man sich die englische Countryside vorstellt. Auf sanft geschwungenen Hügeln breitete sich ein Mosaik aus grünen Wiesen mit Schafen und vielen Lämmchen, Feldern, Hecken, Baumreihen, Waldinseln und kleinen Dörfern aus, die von Kirchtürmen mit flacher Spitze überragt wurden. Die A303 führte auch direkt an Stonehenge auf den weitläufigen Grasflächen der Salisbury Plains vorbei. Nach der Umgestaltung des Geländes liegt der weltberühmte Steinkreis zwar nicht mehr im Schnittpunkt von zwei Landstraßen, wirkt aber nach wie vor nicht wie ein magischer Ort, auch wenn er archäologisch noch so bedeutend ist. Ab Taunton wurde die Landschaft dann unübersichtlicher, die Täler tiefer und die Straße enger und kurviger. Oft war sie auch dicht gesäumt von hohen Hecken oder Bäumen und in den vielen kleinen Orten häufig so zugeparkt, dass zwei Autos nicht mehr aneinander vorbei passten. Im strömenden Regen erreichten wir aber schließlich Minehead und unser schönes B&B. Beim abendlichen Spaziergang an diesem Sonntag wirkte das beliebte Seebad fast wie ausgestorben. Die meisten Restaurants hatten zu und auch die Esplanade mit einer blinkenden Spielhalle, einem geschlossenen Freizeitpark in einer Art Riesen-Zirkuszelt und einer Fish&Chips-Bude war verlassen. Der Sand des Strandes war teilweise sogar noch über die Sitze der Promenade geweht, obwohl die Saison eigentlich schon begonnen hatte, wie wir im Minehead Kebap Center erfuhren.

Blick auf Minehead
Blick auf Minehead

2 thoughts on “10. April 2016 – Minehead

    1. Hallo Dirk,
      freut mich, dass Dir meine Bilder gefallen.
      Die Veröffentlichung von Fotos mit Menschen ist ein rechtliches Problem. Ich habe durchaus einige schöne Porträts, aber leider kein „Model release“ dieser Leute. Daher habe ich auf Fotos mit Menschen verzichtet. Wobei ich bei Landschaften oder Sehenswürdigkeiten finde, dass diese in der Regel ohnehin ohne Personen besser aussehen 🙂
      Viele Grüße zurück
      Stefan
      Stefan

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