4. Tag

Nachdem Derek mit seiner Frau auf der Veranda mit Blick aufs Meer das Frühstück serviert hatte, erzählte er, dass die Pinguine oft versuchten bis in den Garten zu kommen und zeigte uns ein Loch, das ein Brutpaar direkt vor dem Zaun gegraben hatte. Einmal habe er sogar ein Tier, das mit dem Kopf im Maschendraht steckengeblieben war, mit dem Seitenschneider wieder befreien müssen.

Bei einem kurzen Zwischenstopp an einem Badestrand mit einem großen Parkplatz, auf dem aber nur unser Auto stand, beobachteten wir später einige Männer, die in einem Meerwasserpool ein Schwimmsieb hinter sich herzogen und mit einem ca. 1 m langen, armdicken Rohr mit Handpumpe den Bodensatz aus dem Wasser in das Sieb beförderten, um so Würmer und Garnelen zur Verwendung als Angelköder zu finden. Wir fuhren dann weiter durch das Weinland mit sanften, grünen Hügeln und den ältesten Weingütern der Kapregion nach Stellenbosch, einen historischen Ort mit hübschem historischen Stadtkern, den obligatorischen Eichenalleen, weiß getünchten Kapholländischen Häusern und dem Altdorfmuseum. Auf dessen Gelände stehen bisher vier restaurierte und originalgetreu eingerichtete Häuser aus den Jahren 1710, 1789, 1803 und 1850. Das Schreuderhuis von 1710 ist vermutlich das älteste Gebäude der Stadt. Das Museum thematisiert auch die Sklaverei in Südafrika. So nutzten viele Weingüter bis zu 200 Leibeigene als billige Arbeitskräfte, die z.B. zur passenden schnellen oder langsamen Begleitmusik die Trauben in großen Fässern tanzend zerstampften, und später den Most in kleine Fässer laufen ließen. Mit der einsetzenden Industrialisierung wurde die Sklaverei schließlich abgeschafft, weil man mobile Arbeiter brauchte, die einen Lohn erhielten, um damit den Konsum anzukurbeln.

Anschließend besuchten wir eines der über 200 Weingüter in der Region. Das Haupthaus von Blaauwklippen stammt aus dem Jahr 1789 und das Mittagessen im gediegenen Restaurant mit vielen prämierten Weinen war wie am Vortag sehr lecker, zu einem mit 100 R für deutsche Verhältnisse sehr fairen Preis.

Gegen 16.30 Uhr waren wir schließlich zurück in Simon’s Town und besuchten noch einmal die Pinguin-Kolonie. Nachdem wir die Bewohner eine Weile beim Dösen, bei kleinen Verfolgungsjagden, beim Schnäbeln oder beim kurzen Paarungsakt beobachtet hatten, tauchte am kleinen Sandstrand der Bucht für einige Minuten eine Südafrikanische Pelzrobbe auf. Zwischen 19 Uhr und 20.30 Uhr konnten wir von unserer Veranda dann wieder zusehen, wie einige Pinguine die Straße vor dem Haus überquerten.

Kapholländisches Haus auf dem Weingut Blaauwklippen bei Stellenbosch.
Kapholländisches Haus auf dem Weingut Blaauwklippen bei Stellenbosch.

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