3. Tag

Um 7.30 Uhr holte uns Aldo am Hotel ab. Nachdem wir auf dem Hof von Petita alles im Auto verstaut hatten, machten wir uns auf den Weg nach Puno. In El Alto fuhren wir prompt von der falschen Seite in eine Einbahnstraße, die kaum erkennbar nur mit einem kleinen Pfeil an einer Hauswand gekennzeichnet war. Doch bereits nach wenigen Metern machte uns ein Polizist auf den Irrtum aufmerksam. Nachdem er uns hilfsbereit beim Wenden eingewiesen hatte, gerieten wir nach wenigen Minuten mitten ins dichte Gedränge von Bussen und Collectivos, so dass es eine ganze Stunde dauerte, bis wir die Stadt endlich hinter uns gelassen hatten. In Tihuanaco bogen wir von der Ruta 1 ab und steuerten die Ruinen an. Nach einem kurzen Rundgang durch das kleine Museum mit ein paar Statuen, Keramiken und Mauerfragmenten betraten wir das Außengelände. Statuen und Säulen waren dort mit wenig dekorativem Stacheldraht umzäunt. Zurzeit waren neue Ausgrabungsarbeiten im Gange, die jedoch aus unerfindlichen Gründen nicht fotografiert werden durften.

An der Grenze in Desaguadero dauerte es anschließend eine geschlagene Stunde, bis der Papierkrieg mit Fotokopien der Reisepässe und des Fahrzeugbriefs sowie dem Stempel für das Carnet de Passage erledigt war. Am Nachmittag erreichten wir Puno und fuhren zunächst weiter nach Sillustani, wo ich aufgrund einsetzenden Regens der einzige Besucher der auf einer Halbinsel stehenden Chullpas war. Der in allen Grautönen gefärbte Himmel schuf eine etwas düstere Atmosphäre rund um die Begräbnistürme. Zurück in Puno stellten wir fest, dass die dortige Fussgängerzone ausschließlich von Souvenirshops, Touranbietern, Internetcafes und Restaurants gesäumt war und einen sehr touristischen Eindruck machte. Zum Abendessen fanden wir in einer Seitenstraße jeodch ein einheimisches Restaurant mit landestypischen Gerichten. Als wir es betraten, wurden die Kinder und die Frau des Besitzers, die an einem Tisch gesessen und ferngesehen hatten, kurzerhand samt TV ins Hinterzimmer verbannt. Der von uns abschließend bestellte Nachtisch entpuppte sich als eine schnell zubereitete Improvisation, bestehend aus gebratenen Bananen mit Kondensmilch.

Die Ruinen von Tihuanaco nahe der gleichnamigen Stadt.

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