24. Tag

Wir verließen San Francisco und erreichten am südlichen Stadtrand den berühmten Hwy 1. Die zu den Traumstraßen der Welt zählende Strecke führte im leichten Nieselregen zunächst dicht an der Küste entlang, vorbei an vielen Stränden, wo sich bereits am Morgen einige Surfer eingefunden hatten. Später durchquerte die Straße landwirtschaftlich genutztes Gebiet mit Kürbisfarmen und großen Erdbeerfeldern, auf denen Dutzende Arbeiter in Regenjacken und Gummistiefeln die frischen Früchte ernteten, von denen wir in einem Farmladen gleich zwei duftende Schälchen erstanden. Vor Santa Cruz wurde die Straße zweispurig, die 80 Jahre alte Holzachterbahn am Strand der Küstenstadt entpuppte sich bei unserem Besuch allerdings als Teil eines großen und gut besuchten Rummelplatzes, so dass wir unsere Fahrt nach einem kurzen Bummel zwischen Karussels und Fressbuden bald fortsetzten.

In Moss Landing, einem kleinen, von Sümpfen umgebenen Fischernest fanden wir erst nach einigem Suchen den versteckt hinter dem Hafenbecken liegenden Phil’s Fish Market. Neben einer Verkaufstheke gab es dort einen großen Restaurantbereich mit Bierzeltgarnituren, die fast bis auf den letzten Platz besetzt waren, darum waren wohl keine Hinweisschilder an der Straße nötig. Neben Clam Chowder, Austern, Krabben und vielen anderen Seafood-Gerichten, gab es auch frische Artischocken. Schließlich werden im benachbarten Castroville, das 1947 die als Marylin Monroe später weltberühmte Norma Jean Baker zur Artischocken-Königin krönte, 85% der US-Produktion dieses Blüten-Gemüses geerntet.

Gegen 15 Uhr erreichten wir Monterey, die ehemalige Sardinenhauptstadt der Welt. Aus den Resten der alten Konservenfabriken, die John Steinbeck in seinem Roman „Straße der Ölsardinen“ verewigt hat, ist inzwischen eine Flaniermeile mit modernen Restaurants und Geschäften geworden. Auf der Straße, die längst in Cannery Row umbenannte wurde, herrschte genausoviel Trubel wie in Fisherman’s Wharf. Im benachbarten Pacific Grove, wo wir am Lovers Point ein nur wenige Schritte vom Meer entferntes Motel fanden, ging es dagegen noch sehr beschaulich zu. Bei einem abendlichen Spaziergang über den kleinen Uferweg mit vielen Bänken, der durch einen violetten, an Heidekraut erinnernden Blütenteppich führte, sahen wir auf den nur einige Meter entfernten Felsen im Wasser ein paar Seehunde liegen, die sich dort wohl einen Nachtplatz gesucht hatten.

Der idyllische Lovers Point in Pacific Grove.

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