25. Tag

Bei deutlich besserem Wetter holten wir zunächst die eigentlich für den Vortag geplante Rundfahrt über den 17 Mile-Drive nach. Auf der Halbinsel mit fünf Golfplätzen und vielen Wochenendhäusern gab es ein bemerkenswertes Miteinander von Mensch und Tier. Während die Golfer auf dem Green ihr Handicap verbesserten, graste z.B. ein Rudel Maultierhirsche (black tailed deer) seelenruhig im Gebüsch daneben. Auch die Nutzungsrechte der Buchten waren klar verteilt, in der einen mit Strand vergnügten sich die Besucher am und im Wasser, und in der nächsten konnte man, vom Cypress Point Lookout aus, Seehunde (harbour seals) auf den Felsen und einen Kalifornischen Seeotter im Kelp beobachten. Dieser hielt sich an einem Seetang-Strang fest und dümpelte träge im ruhigen Wasser. Beim nächsten Stop an der Lone Cypress wies ein Schild darauf hin, dass diese ein geschütztes Markenzeichen sei und Bilder oder Fotos des Baums zu privaten Zwecken willkommen, sonst aber nur mit Genehmigung erlaubt wären. Der Vollständigkeit halber befuhren wir auch die zweite, durch das Inland führende Hälfte der Rundstrecke, bevor wir dem Hwy 1 weiter nach Süden folgten.

Zwei Meilen hinter Carmel bogen wir dann zum Point Lobos State Reserve ab. Dieser geschützte Küstenabschnitt präsentierte sich mit schroffen, teilweise blumenbewachsenen Felsen und kleinen Buchten mit Kelp-Wäldern, die in der seichten Brandung hin und her wogten. Immer wieder flogen kleine Trupps von Braunen Pelikanen über das Wasser und auf den flachen, küstennahen Felsen dösten mehrere Seehunde, während einige Seelöwen auf den steileren, weiter draussen im Meer liegenden „Sea Lion Rocks“ lautstark auf sich aufmerksam machten. Nach einer Erklärung gefragt, vermutete eine Rangerin, dass die Seehunde die Felsen in Ufernähe bevorzugten, weil diese für die Tiere, die nicht so starke Brustflossen wie die Seelöwen hätten, einfach leichter zu erklimmen seien. Einmal habe sie eine Seehundmutter mit ihrem Jungen dabei beobachtet, wie sie bei Ebbe vergeblich versuchten auf einen Felsen zu gelangen. Schließlich sei die Mutter mit dem Nachwuchs auf dem Rücken solange darum herum geschwommen, bis die einsetzende Flut den Wasserstand weit genug angehoben hatte. Im Moment würden sich aber auch die Seelöwen auf ihrem Felsen mit den unteren Etagen begnügen, weil weiter oben die Komorane brüteten, die nicht zögerten aufdringlichen Seelöwen die Augen auszuhacken.

Die Weiterfahrt nach Big Sur führte zunächst über die fotogene Bixby Creek Brücke und dann vorbei am Point Sur Lighthouse zu einem Motel nahe des Pfeiffer Big Sur State Parks.

Die malerische Küste von Big Sur mit der Bixby Creek Brücke.

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