7. Tag

Nachdem wir unser zugeparktes Auto vom am heutigen Sonntag eigentlich geschlossenen Parkplatz geholt hatten, beobachteten wir auf der Fahrt nach Ollanta Bauern bei der Ernte von Kartoffeln, die in den Andenländern in über 3.800 Sorten vorkommen. Außerdem passierten wir zahllose Hunde, die scheinbar am liebsten mitten auf der Fahrbahn liegen, was einige von ihnen auch mit ihrem Leben bezahlt hatten.

Ollanta ist die einzige Inkastadt, die nicht aus Lehmziegeln, sondern aus Stein gebaut wurde. Der Grundriss hat sich deshalb bis heute kaum verändert. Vor der Weiterfahrt nach Aguas Calientes gab es hier für uns einiges zu regeln: Das Bahnticket war zu kaufen und ein bewachter Parkplatz für das Auto sowie ein Abstellplatz für das überflüssige Gepäck mussten gefunden werden. Da der Zug erst abends um 20 Uhr abfuhr, knapp zwei Stunden unterwegs war und man in Ollanta keine Eintrittskarten für Machu Picchu kaufen konnte, riefen wir bei der Informationsstelle von i-Peru am Zielbahnhof in Aguas Calientes an. Die Englisch sprechende Dame war sehr freundlich und erklärte uns, das Ticketoffice sei bis 22 Uhr geöffnet und nicht wie im Reiseführer angegeben nur bis 20 Uhr. Drei Tickets für den Fall einer eventuellen Verspätung wollte sie aber nicht zurücklegen, dafür sei ein anderes Büro zuständig. Wir hatten dann noch zwei Stunden Zeit, um uns die nie vollendete Festung Ollantaytambo anzusehen, die auf einem Bergsporn über der Stadt thront. Neben der strategischen Lage am Zugang zum heiligen Tal verfügte der Ort auch über religiöse Bedeutung. Hier bestattete man die Herzen der toten Inka-Herrscher, während ihre Mumien im Sonnentempel von Cusco aufbewahrt wurden.

Beim Eintreffen in Aguas Calientes stand ein Herr vor dem Ticket Office, der uns mitteilte, dass dieses bereits geschlossen sei. Die Öffnungszeit bis 22 Uhr gelte nur an Werktagen, samstags und sonntags schließe das Büro bereits um 21.30 Uhr. Wir könnten aber morgen schon um 5 Uhr wieder Eintrittskarten kaufen und dann um 5.30 Uhr den ersten Bus nehmen. Da wir rechtzeitig zum Sonnenaufgang bei den Ruinen sein wollten, fiel die Möglichkeit zu Fuß hinauf zu laufen ohnehin weg. Das Hostal, in das uns dann ein Schlepper führte, war zwar ziemlich heruntergekommen, aber wir hatten keine Lust mehr etwas anderes zu suchen.

Blick von der Inka-Festung Ollantaytambo ins Tal bei Ollanta.

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