9. Tag

Als wir unsere Supermarkteinkäufe erledigt hatten, wurden wir an der Hauptstraße von Plettenberg Bay Zeugen einer Demonstration für höhere Löhne. Dabei zogen etwa 150 städtische Angestellte singend über die Straße und streuten dabei Papierschnipsel aus. Als die Vorräte erschöpft waren, rissen sie einfach ein paar Müllbeutel auf und verteilten den Inhalt auf ihrem Weg. Den Demonstranten folgte ein schweres, vergittertes Polizeifahrzeug und dahinter fegte die Stadtreinigung den Unrat gleich wieder weg.

Auf der Weiterfahrt nach Osten durchquerte die N2 große, mit Kiefern wiederaufgeforstete Waldgebiete, hinter Port Elisabeth bogen wir dann zum Addo-Nationalpark ab. Im Buschland des heutigen Schutzgebiets hatten 1890, als die Elefanten in Südafrika so gut wie ausgerottet waren, einige Tiere überlebt. Weil sie aufgrund der dichten Besiedlung der Gegend aber immer wieder Felder plünderten oder Zäune und Hecken durchbrachen, um an Wasser zu gelangen, engagierten die Farmer 1919 einen Großwildjäger, der 120 Elefanten abschoß. Die nur elf verbliebenen Exemplare weckten dann das Mitleid der Bevölkerung und so entstand 1931 der Nationalpark. Da seine grauen Bewohner aufgrund ihrer schlechten Erfahrungen aber als die bösartigsten, aggressivsten und verschlagendsten Dickhäuter von ganz Afrika galten und immer wieder ausbrachen, kehrte erst Ruhe ein, als das Schutzgebiet mit einem stabilen Zaun gesichert wurde, bestehend aus in den Boden gerammten Straßenbahnschienen und ausgedienten Stahlkabeln von den Fördertürmen alter Goldminen.

Am Nachmittag erkundeten wir den nordwestlichen Teil des Parks über den Woodlands- und den Gorah Loop, dabei zeigten sich im Gelände, wo mehrere große Wiesen mit bunten Blumen den dichten Speckbaumbusch auflockerten, zahlreiche Kudus, eine Herde Elefanten, drei Warzenschweine, einige Strauße und Steppenzebras, sowie eine Fuchsmanguste.

Weißflügeltrappe im Addo Elephant-Nationalpark.
Weißflügeltrappe im Addo Elephant-Nationalpark.

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