26. Tag

Den ersten Stop des Tages machten wir an der Partington Cove, wo an der Straße kein Schild auf den Weg hinwies, der dort ans Meer hinab führte. Unten angekommen überquerten wir über eine Brücke einen kleinen Bach und gelangten dann durch einen etwa 20 m langen Stollen zu einer Bucht mit den Fundamenten eines alten Anlegers. Im Kelpdickicht erschien plötzlich ein auf dem Rücken schwimmender Seeotter, der dann aber abtauchte und verschwunden blieb. Beim zweiten Stop am Julia Pfeiffer Burns State Park spazierten wir über einen kurzen Weg zu den Mauerresten eines Hauses, das auf Wunsch seiner Besitzer nach deren Tod abgerissen worden war. In der benachbarten Bucht plätscherten die kleinen McWay Falls fast direkt ins Meer. Der im Park verlaufende Tanbark Trail war wegen Feuerschäden am Weg und den Küstenredwoods daneben leider bis auf Weiteres gesperrt.

Am Aussichtspunkt Willow Creek entdeckten wir zwar keine Seeotter aber drei Surfer, die auf die richtige Welle warteten, und einen Seelöwen, der sie dabei beobachtete. Der Piedras Blancas Elefant Seal Viewpoint weiter südlich war auch nicht ausgeschildert, wir sahen zunächst lediglich einen großen Parkplatz neben der Straße, auf dem vergleichsweise viele Autos standen. Wenige Meilen vorher hatten wir aber an einem offensichtlich schon längere Zeit geschlossenen Motel gehalten, dort auf einem verwitterten Schild „Piedras Blancas“ gelesen und die von Vogelkot weiß gefärbten Felsen im Meer gesehen.

Auf dem Strand vor dem Beobachtungspunkt lagen einige Dutzend Jungbullen, die durch ihren kräftigen Geruch und ihr knatterndes Gebrüll für die Zuschauer sehr präsent waren, obwohl sie meiste Zeit reglos in der Sonne dösten, nur gelegentlich für einen Moment die Augen öffneten oder sich mit den Flossen Sand über ihre massigen Körper schaufelten. Immer wieder kam es auch zu spielerischen Rangeleien zwischen den Tieren.

Die Weiterfahrt nach Morro Bay entlang der immer flacher werdenden Küste führte am Abzweig nach San Simeon vorbei. Dort steht Hearst Castle, das extravagante Riesenanwesen des berühmten Zeitungsmagnaten. In der Bucht von Morro Bay steht der Morro-Rock, der zu einer Kette von 9 Vulkankegeln gehört, von denen einer komplett unter der Wasseroberfläche liegt. Nach einem kurzen Rundgang durch den El Moro Elfin Forest mit skurril geformten und flechtenbehangenen Eichenbäumen, erreichten wir dann das Tagesziel Ozeano, wo wir einen Abendspaziergang über den einzigen Strand der USA machten, der mit dem Auto befahren werden darf. Einige Leute hatten dort ihre Pickups nur wenige Meter vor der Wasserkante geparkt und grillten auf der Ladefläche.

See-Elefantenbulle im Piedras Blancas Elephant Seal Reserve.

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