8. Tag

Nach einer kurzen Nacht standen wir um kurz nach fünf am Ticketschalter, wo wir erfuhren, dass man zum Fotografieren generell keine Stative benutzen dürfe. Dafür erhielten wir mit dem Presseausweis aber 50% Rabatt auf den Eintrittspreis von 120 Soles, allerdings mit dem Hinweis, dass Journalisten eine Sonderfotoerlaubnis aus Cusco benötigen. Bei den Ruinen angekommen hatte unser Fotograf die Ticket-Kontrolle fast passiert, als ihn eine Dame zurückrief, die das Stativ an seinem Kamerarucksack entdeckt hatte. Prompt wurden wir alle drei zurück zur Gepäckaufbewahrung geschickt, um unsere Rucksäcke dort abzugeben.

Die Lage der Ruinen und die Umgebung erwies sich als viel beeindruckender als es auf den bekannten Bildern scheint. In einer von mit üppigem Grün überzogenen Hängen umrahmten Schleife des aus der Tiefe hinauftosenden Urubamba erhebt sich der von Menschenhand eingeebnete Bergrücken mit der alten Inkastadt. Für das tropische Ambiente sorgten farbenprächtige Orchideen und ein paar vorbeifliegende Papageien, außerdem bevölkerte eine kleine Lamaherde das grasbewachsene Sonnenfeld „Intipampa“ und einige Vizchachas die antiken Gemäuer. Während beim weltberühmten Blick vom Aussichtspunkt über den Terrassenanlagen das harmonische Gesamtbild der Stadt besonders zur Geltung kommt, zeigen sich beim Gang durch die Anlage zahlreiche Details wie Wasserkanäle, Fensteröffnungen, oder Mauervorsprünge, auf denen früher die Deckenträger der Häuser auflagen.

Gegen Mittag registrierten wir uns für den Aufstieg auf den mit 2.700 m gut 300 m über Machu Picchu aufragenden Waynapicchu. Der schweißtreibende Weg führt auf den letzten Metern über die steilen und sehr schmale Stufen der „Todesleiter“ hinauf zum Gipfel mit Gebäuderesten und Terrassen. Von dort hatte man einen tollen Blick auf die Stadt und das Urubambatal. Im Nachhinein erwies es sich als günstig mit dem Bus zu den Ruinen hinauf gefahren zu sein, denn der Aufstieg, den die Inkas früher sogar 400 m tiefer unten am Fluss begonnen hatten, war anstrengend genug gewesen. Allerdings trafen wir auch einen ca. 60-jährigen Deutschen, der den Waynapicchu bereits zum vierten Mal erklommen hatte. Am Abend wurden die Lamas dann mit einer Trillerpfeife zusammen gerufen und wir verließen die Ruinen mit dem letzen Bus um 17.30 Uhr.

Blick vom Waynapicchu auf Machu Picchu und ins Urubamba-Tal.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

Autor *:

Webseite: