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Nachdem das Flugzeug enteist worden war, starteten wir um 8.10 Uhr in Düsseldorf und landeten gegen 14.15 (MEZ+1) bei angenehmen 22 °C in Luxor. Am Flughafen erwartete uns bereits Mr. Fox, der kleine und schmächtige Repräsentant unseres Reiseveranstalters VTours, der uns die Visa in die Pässe klebte und uns dann mit einem Minibus zum Hotel chauffieren ließ. Am Haupteingang stand ein Metalldetektor, daneben saßen uniformierte und bewaffnete Wächter, die sich aber nicht weiter um die Warnsignale der Sicherheitkontrolle kümmerten, die bei jedem Durchschreiten ertönten. Über der Rezeption hing ein „Merry Christmas“-Schild, in der Lobby stand ein künstlicher Weihnachtsbaum mit roten, blauen und grünen Lichterketten und einige Hotelangestellte drapierten gerade Watte-Schnee um einen von zwei Pferden mit Kopfputz gezogenen Schlitten, auf dem ein lebensgroßer Weihnachtsmann saß.

Ein erster Erkundungsgang führte uns am Nilufer entlang zum Luxor-Tempel und unterwegs bekamen wir gleich Dutzende mehr oder weniger hartnäckige Angebote für Feluken-Fahrten in den Sonnenuntergang oder Kutschfahrten mit einer der vielen Kaleschen. Als wir von außen in das Tempelgelände blickten, sahen wir dort fast mehr Sperlinge in den Bäumen als Besucher in den Ruinen. Danach spazierten wir durch die Gassen des Touristen-Souks. In den bunten Auslagen fanden sich neben den verschiedensten Skulpturen auch viele Schals aus ägyptischer Baumwolle in zahlreichen Farben und Mustern. Gegen 17 Uhr begann die Sonne unterzugehen, eine halbe Stunde später war es fast dunkel und es wurde richtig kühl, ein Restaurant hatte deshalb sogar Heizstrahler zwischen den Tischen aufgestellt.

Als wir zum Abendessen in das Jamboree-Restaurant einkehrten, hatten wir von unserem Tisch auf der Terrasse im ersten Stock einen guten Blick auf das Geschehen in den Gassen des Bazars. Die Händler bedrängten die wenigen Besucher sehr und wir beobachteten wie ein Mann glühende Kohlen in einer kleinen Schale mit etwas Weihrauch bestreute, um dann den intensiven, orientalisch duftenden Rauch, der bis zu uns herauf drang, über seine Waren zu blasen. Der Kellner erklärte uns, das solle Glück bringen und den Verkauf ankurbeln. An zahlreichen Flusskreuzfahrt-Schiffen vorbei, die in der Dunkelheit wie große, schwimmende Schuhkartons aussahen, kehrten wir zum Hotel zurück. Am Westufer des Nils tauchten die beleuchteten Eingänge zahlreicher Grabanlagen die Hügel in ein sanftes Licht, die Lampen hatte die Regierung erst vor zwei Monaten installieren lassen.

Blick von der Terrasse des Jamboree-Restaurants auf den abendlichen Souk von Luxor.
Blick von der Terrasse des Jamboree-Restaurants auf den abendlichen Souk von Luxor.

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