3. Tag

Auf dem Weg zum Parkausgang drehten wir uns kurz um, um noch einmal den Blick auf das Bergpanorama zu genießen, und entdeckten dabei auf einem einige Meter über der Straße ansteigenden Hang drei braune Punkte. Ein Blick durch das Teleobjektiv identifizierte diese als eine Grizzlybärin mit zwei halbwüchsigen Jungen. Wir fuhren sofort ein Stück zurück und liefen einige Meter den benachbarten Hang hinauf, von dem aus wir die Bärenfamilie etwa 2 Min. lang beobachten konnten. Dann sahen alle drei Tiere kurz zu uns hinüber und verschwanden gemächlich hinter einer Hügelkuppe. Hinter dem Parkausgang bogen wir zum Bison Paddock ab, wo die fünf Tiere der kleinen Herde in einer Senke des befahrbaren Geheges im Gras lagen.

Über den Chief Mountain International Highway erreichten wir im Südosten des Parks den Grenzübergang in die USA, der erst am Vortag bis zum Saisonende geöffnet hatte. Der Einreisestempel im Pass zeigte einen Grizzly, für den Fall, dass wir noch keinen echten gesehen hätten, wie der diensthabende Offizier erklärte. Als wir von unserer Begegnung berichteten, erwiderte er im amerikanischen Glacier-N.P. sei zurzeit auch eine Bärin mit zwei Jungen unterwegs. Außerdem bekamen wir eine Straßenkarte von Montana nebst einigen Besichtigungs-Tipps, wie etwa die Tropfsteinhöhlen „Lewis & Clark Caverns“ oder das historische Virginia City, denn dies sei der einzige Grenzübergang der USA mit integrierter Touristeninformation. Unser Abstecher ins Many Glaciers-Tal des Glacier-N.P. endete am auf drei Seiten von schneebedeckten Gipfeln umgebenen Swiftcurrent Lake, an dessen Ufer das 1914 im Schweizer Stil erbaute Many Glaciers Hotel steht. Mehrere Besucher beobachteten dort mit starken Spektiven einige Schneeziegen auf den oberen Berghängen.

Die anschließende Fahrt nach Helena, der 30.000 Einwohner zählenden Hauptstadt Montanas, führte durch schier endlose Prärien unter einem weiten Himmel in das Blackfeet-Indianerreservat. Das dortige Städtchen Browning wirkte etwas herunter gekommen, ebenso wie die örtliche Stampede-Arena, wo die Abschlussklasse der hiesigen Schule heute reiten durfte. Auf der Weitereise ins deutlich gepflegtere Choteau wechselten sich ausgedehnte Ackerflächen mit Viehweiden ab, und im Osten hatte man am Horizont immer die schneebedeckten Rocky Mountains im Blick. Die Interstate 15 folgte dann zuerst kurvenreich dem noch sehr schmalen Missouri durch eine bewaldete Hügellandschaft aus rotem Fels, bis sich eine Ebene öffnete, in der das weitläufige Stadtgebiet von Helena liegt. Stilgerecht aßen wir dort in Shellie’s Restaurant an der Prospect Av. saftige 8 Oz (=226 g) Steaks mit würzigen hausgemachten Pommes auf einem Riesenteller für 15 US$.

Der Swiftcurrent Lake im Glacier-Nationalpark (USA).

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