1. Tag

Nach einer Nacht mit kaum Schlaf landeten wir planmäßig um 7.05 Uhr Ortszeit (MEZ+1) in Johannesburg. Im Flugzeug hatten wir schon einen Fragebogen zu Ebola ausgefüllt und vor der Passkontrolle mussten alle vor einer Infrarot-Kamera stehen bleiben und ggf. die Brille abnehmen, damit eine erhöhte Körpertemperatur sofort festgestellt werden konnte.

Die geplante Fahrtroute zum Pilanesberg-Nationalpark mussten wir dann umstellen, weil im Großraum Johannesburg und Pretoria der Verkehr wegen der „Momentum 947 Cycle Challenge 2014“ weiträumig umgeleitet wurde, was mit entsprechenden Staus verbunden war. Also fuhren wir nach unserer Straßenkarte eine Alternativroute über Hartebeespoort, einen Ferienort an einem Stausee. Der gleichnamige Damm dort hatte nur eine Fahrspur, so dass sich am Sonntag-Mittag die Autos in beiden Richtungen einige hundert Meter stauten und Dutzende fliegender Händler fast im Minutentakt an der Schlange vorbei patroullierten. Die Weiterfahrt zum Nationalpark verlief dann aber zügig und wir kamen gegen 15 Uhr endlich dort an. Das künstlich angelegte, umzäunte Schutzgebiet ist nach einem Tswana Häuptling namens “Pilane” benannt, der nördliche Teil gehörte ursprünglich dem Bakgatla-ba-Kgafela Stamm, der südliche Teil war dagegen in mehrere Farmen aufgeteilt. Nach der Operation Genesis, der damals größten Wildtierumsiedlungsaktion der Welt, bei der man über 7.000 Tiere aus anderen Parks des südlichen Afrika herbei geholt hatte, wurde der Pilanesberg-Park im Dezember 1979 eröffnet. Er bietet gute Beobachtungsmöglichkeiten und so sah ich in den zweieinhalb Stunden von 16 Uhr bis zum „Toresschluß“ um 18.30 Uhr Zebras, Springböcke, eine scheinbar fast zahnlose Giraffe, eine 15-köpfige Elefantenherde an einem verschlammten Wasserloch und fünf Nashörner. Ein Guide der luxuriösen Ivory Tree Lodge, der mit seinen Gästen auf Pirschfahrt war, winkte mir dann und erzählte netterweise, dass das Wildhund-Rudel des Parks gerade am Bakgatla-Gate gesichtet worden sei. Als ich dort ankam, standen schon ein Dutzend Safarifahrzeuge und Touristenautos am Straßenrand. Die Wildhunde versetzten gerade ein paar Zebras in Panik, verschwanden dann aber im Gebüsch einer Nebenpiste. Wie alle anderen folgte ich ihnen, sah aber keinen mehr und drehte schließlich wieder um. Auf dem Weg zum Tor bog ich bald um eine Kurve und dort kam das ganze Dutzend Wildhunde, angeführt vom besenderten Leittier, direkt auf mich zu. Das Rudel lief dann im Abstand von weniger als einem Meter am Auto vorbei. Ich hatte natürlich gerade das Teleobjektiv auf der Kamera, so dass es keine Fotos davon gibt. Nach einem üppigen Abendessen, bei dem wir auf das Dessert als letzten der drei Gänge verzichteten, gingen wir unter einem mittelprächtigen Sternenhimmel und bei einem gut hörbaren Frosch- und Zikadenkonzert zu unserem nicht mehr brandneuen, aber gut ausgestatteten Luxus-Safarizelt. Wir genoßen noch kurz das Afrika-Feeling, bevor wir um kurz vor 22 Uhr todmüde in die Betten fielen.

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