4. Tag

Wir hatten das Frühstück für 6 Uhr bestellt und brachen dann um 7 Uhr, ausgestattet mit drei Lunchboxen, zum Nationalpark auf. Direkt hinter dem Gate bogen wir auf den Lemiyon Circuit ab, der die Chance auf Raubtiere bieten sollte. Wir sahen jedoch nur eine kleine Gruppe von Fuchsmangusten auf einem großen Termitenhügel. Unsere Rundfahrt führte dann auf einer holperigen Piste durch die kleine Serengeti weiter nach Süden. Dort trafen wir schließlich auf den mäandrierenden Tarangire-Fluss, der kaum noch Wasser führte und streckenweise in imposante, 20 m hohe Klippen eingebettet war. Da wir keine offizielle Karte des Parks hatten, die Karte in unserem Reiseführer recht ungenau und die Beschilderung recht lückenhaft war, fuhren wir einfach der Nase nach. Im Laufe des Tages sahen wir ein halbes Dutzend Elefantengruppen, einige Zebraherden, die in Kolonnen von über hundert Tieren in einer Reihe durch die Savanne zogen, viele Gnus, Strauße und Springböcke, sowie zahlreiche Gabelracken und Glanzstare. Die Landschaft zierten zudem weitere große Baobabs. Der Baumbestand war auch insgesamt hoch und der Park recht grün, obwohl die meisten Wasserlöcher fast ausgetrocknet waren.

Auf der Rückfahrt zum Gate stoppten wir noch kurz an der Tarangire Safari Lodge, die hoch auf einer Klippe über dem Flusstal liegt und einen tollen Ausblick bietet. Dort zogen gerade mindestens 100 Gnus in einer langen Reihe zum Trinken ans Wasser. Schon den ganzen Tag hatte uns im Auto auch ein Dutzend Tsetse-Fliegen begleitet, die sich in der Mittagshitze recht ruhig verhalten hatten, bei den kühleren Temperaturen am Morgen und auch am Abend aber recht angriffslustig waren.

In unserer Lodge waren inzwischen auch andere Gäste angekommen, eine ältere Dame aus San Francisco mit einem deutlich jüngeren einheimischen Begleiter und ein junges Pärchen aus der Schweiz. Beim abendlichen Barbecue am Pool erzählten die beiden, dass sie eine zweiwöchige Rundreise von Nairobi nach Arusha machen und ihre letzte Nacht in der Osupuko Lodge verbringen würden. Sie hätten die schon in der Nordserengeti angekommen große Wanderung gesehen und viele Raubkatzen im zentralen Seronera-Tal. Vom Ngorongoro-Krater seien sie aber etwas enttäuscht gewesen, denn er sei derzeit staubtrocken und es gäbe dort nur wenige Tiere. Ihr Fahrer und Tourguide berichtete zudem, dass Leoparden gerne auf den derzeit blühenden Leberwurst- und Baobab-Bäumen auf Gazellen lauerten, die die herab gefallenen Blüten fressen wollten. Im Tarangire-Park hatte er zudem eine Löwengruppe ausfindig gemacht, die gerade ein Weibchen getötet hatte.

Im Tarangire-Nationalpark und der Umgebung leben bis zu 10.000 Elefanten, die größte Population im nördlichen Tansania.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

Autor *:

Webseite: