9. Tag

Dass der 5.30 Uhr-Zug nicht dort stand, wo wir angekommen waren, nämlich mitten im Ort, sozusagen zwischen den Tischen einiger Restaurants, sorgte kurz für Verwirrung. Wir fanden ihn dann aber schließlich am Bahnhof und fuhren zurück nach Ollanta. Zuerst bot die schmale Schlucht nur Platz für den Urubamba, die Gleise und die tropische Vegetation mit zahlreichen Bromelien in den Astgabeln der Bäume. Mit zunehmender Höhe wurde das Tal jedoch breiter und der Fließgeschindigkeit des Flusses langsamer. Von Ollanta traten wir die Rückfahrt zum Titicaca-See an, vorbei an den Ruinen von Pisac. Einziger Zwischenstop war die als „sixtinische Kapelle“ der Anden gehandelte barocke Lehmziegelkirche von Andahuaylillas. Fotografieren war auch hier untersagt, aber der prunkvolle, vergoldete Altar war ohnehin von einem Brettergerüst verdeckt, auf dem sechs Restauratoren bei lauter Musik, passenderweise unter anderem von Madonna, ihrer Arbeit nachgingen. Die Fresken und die Gemälde der Cusqueñer Schule, die christliche und indianische Motive vereinen, bedürfen jedoch ebenso wie die hölzerne Deckenkonstruktion ebenfalls dringend einer Restaurierung.

Nach Einbruch der Dunkelheit stoppten wir in Ilave, wo wir nach der Besichtigung einiger ziemlich schäbiger Hostals doch noch eine akzeptable Unterkunft fanden. Der alte Besitzer stellte uns sogar ein paar Blocks weiter die mit einem Tor verschlossene Hofeinfahrt eines Freundes als sicheren Parkplatz für unser Auto zur Verfügung.

Blick aus dem Zugfenster ins Urubamba-Tal.

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