10. Tag

Kurz hinter dem Ortsausgang von Ilave zweigte eine Piste ab, die die Küstenkordillere durchquert und nach Tacna führt. Zuerst passierten wir eine canyonartige Landschaft mit zerklüfteten Felsen und einem mäandrierenden Fluss, der eine Sumpflandschaft mit vielen Feuchtwiesen geschaffen hatte, auf denen hunderte von Alpacas und Lamas in kleineren und größeren Herden weideten. Vereinzelte Kühe oder Schafe hatten sich auch darunter gemischt. Nach einer Flussdurchquerung schraubte sich die Schotterstraße dann allmählich höher und die Vegetation wurde karger. An die sandige und einsame Hochebene, auf der uns kein einziges Auto begegnete, mit dem schneebedeckten Vulkan Levine und Bergen aus Gestein in allen erdenklichen Gelb- und Rottönen im Hintergrund, schloss sich ein laut GPS 4.789 m hoher Pass an. In der steinigen Landschaft mit einem kleinen Bach sahen die erst in Höhen ab 4.000 m wachsenden Yareta-Moospolster zudem aus wie grüne Kugeln.

Hinter dem Scheitelpunkt führte die Piste in ausladenden Serpentinen wieder hinab zur Küstenebene. Zusätzlich zur regulären Streckenführung waren viele Abkürzungen entstanden, die zwischen den Schleifen direkt den Hang hinab führten. In Estique Pampa kamen wir zu einer Baustelle. Weil die Schotterpiste asphaltiert wurde, war der dortige Abschnitt nur vier Mal täglich für je eine Stunde passierbar. Wir trafen nur 40 Min. vor der Öffnung zwischen 18 und 19 Uhr dort ein, unsere zahlreichen Fotostopps hatten also unsere Wartezeit zufällig minimiert. In der Dunkelheit, zeitweise zusätzlich in die Staubfahne der vorausfahrenden Autos gehüllt, erreichten wir mit einem nach nur einem Tag Schotterpiste völlig verdreckten Wagen das nur noch 562 m hoch gelegene Tacna. Dort lauschten wir im Busbahnhof den zahlreichen Lautsprecherdurchsagen, während wir in einem gemütlichen Imbiss unser Abendessen einnahmen.

Die Schotterstraße zur sandigen Hochebene mit schneebedeckten Vulkan Levine durchquert einen Wasserlauf.

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