5. Tag

An der Straße nach Tower Junction standen in einer der vielen Haltebuchten mehrere Leute mit Ferngläsern, die sie auf den bewaldeten Hang neben der Straße gerichtet hatten. Ein schwarzer Fleck in ca. 100 m Entfernung entpuppte sich bei näherem Hinsehen als schlafender Schwarzbär. An der Kreuzung angekommen, bogen wir dann ins Lamar Valley ab, wo hunderte von Bisons in kleinen Gruppen auf den Wiesen am Fluss standen. Am Peeble Creek stand eine weitere, deutlich größere Beobachtergruppe. Dazu gehörte auch ein Pärchen aus South Carolina mit Spektiven, das sich mit mitgebrachten Klappstühlen auf eine längere Wartezeit eingestellt hatte. Die beiden verrieten uns, dass sich auf dem Hang hinter dem Fluss in ca. 200 m Entfernung ein Rudel Wölfe zwischen den Bäumen aufhalte, das im Moment aber nicht zu sehen sei. Also fuhren wir weiter zum Soda Butt Creek, wo wir direkt am Fluss einen Mittagsimbiss einnahmen. Auf der Rückfahrt zur Tower Junction begann es dann zu regnen und wir entdeckten unterwegs im Gebüsch eine Elchkuh mit ihrem halbwüchsigen Kalb, die sich beide an den frischen Zweigen gütlich taten. Von der Kreuzung ging es weiter zum Tower Fall, einem kleinen Wasserfall des Yellowstone Rivers, der dort durch die Ausläufer eines Canyons mit kleinen Schwefelquellen fließt. Das entsprechend gelblich aussehende Gestein gab dem Nationalpark seinen Namen.

Weil der 2.700 m hohe Dunraven Pass hinter den Fällen noch nicht freigegeben war, drehten wir um und trafen an einem Parkplatz Derek wieder, der uns stolz seine Bilder eines kapitalen Elchs und eines Wolfs zeigte. Einige Kilometer weiter parkten viele Autos am Straßenrand, darunter auch ein Rangerfahrzeug mit Blaulicht. Während zwei Ranger alle Besucher zum Weiterfahren aufforderten, stand ein dritter mit Gewehr einige Meter weiter und schaute in eine Senke direkt vor seinen Füßen. Dort lief ein weiterer der 500-600 Schwarzbären des Parks über eine Wiese. Da der Bär nur knapp 10 m von der Fahrbahn entfernt war, durfte niemand mehr stehen bleiben, und wir erhaschten nur einen kurzen Blick auf das Tier. Während der Rückfahrt nach Gardiner regnete es dann kräftig.

Der kleine Ort Gardiner ist das Tor zum Yellowstone-Nationalpark.

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