5. Tag

Nachdem wir von Ina noch ein paar Tipps für die weitere Reise bekommen hatten, stoppten wir zuerst in Graskop. Dort kauften wir von einem der vielen fliegenden Händler für 20 Rand einen kleinen Beutel mit Macadamia-Nüssen, die in der Region geerntet werden, und besuchten dann „Africa Silks“, ein Projekt mit einer Seidenfarm am nahegelegenen Kowyns Pass, das einigen Frauen der Region Arbeit gibt. Sie spinnen die Seide der Maulbeer-Seidenraupe sowie von zwei Arten der afrikanischen Mopane-Raupen und weben daraus mit Seide gefüllte Steppdecken, Schals, Kleidung und Teddys. Der Herstellprozeß der Mopane-Seide ist dabei deutlich aufwändiger. Weil die Mopane-Raupen nur in der Wildnis fressen, müssen ihre Kokons in der Nordwest-Provinz und in Namibia von den Bäumen geerntet werden. Um die Kokons, die hart wie Macadamia-Nüsse sind, dann aufzuweichen und das Sericin (den sog. Seidenleim) durch Verrottung zu zersetzen, werden sie in nassen Säcken für zwei Wochen in der Erde vergraben. Sind die erdfarben-beigen Seidenfäden schließlich gewaschen, gebürstet und gesponnen, können sie gewebt werden.

Der nächste Stopp waren die Bourke’s Luck Potholes, ausgewaschene Felsformationen, die am Zusammenfluss von Blyde – und Treur River aus den senkrechten Fissuren im weichen Quarzit entstanden sind. Dort beginnt auch der 26 km lange, bis zu 800 m tiefe Blyde River Canyon aus rotem Sandstein. Es folgte ein Halt am Aussichtspunkt auf die Felsformation der Three Rondavels. Von dort war auch unsere nächste Unterkunft schon zu sehen, die wir gegen 13.30 Uhr erreichten. Nach einer Mittagspause machte ich mich auf den Weg zum World’s End, einem von zwei Viewpoints auf dem Resortgelände. Unterweg sah ich eine kleine Pavianhorde über die Straße rennen und ein Nest von afrikanischen Wildbienen, das an einem Verkehrsschild klebte. Meine vorsichtige Neugier daran brachte mir gleich einen Stich ins Ohr ein und eine der Bienen verfolgte mich hartnäckig noch ein ganzes Stück. Nach 10 Minuten war der Schmerz aber verschwunden und es schwoll auch nichts an. Ich folgte dann dem Leopard Trail, der allerdings lückenhaft beschildert war, so dass ich bald querfeldein den steinigen Hang hinunterlief, bis ich schließlich auf den Guineafowl-Trail traf. Diesem folgte ich mit tollen Ausblicken auf den Blyde Dam und die Three Rondavels bis zum Loerie Trail, der am Ufer des Kadishi River entlangführte und diesen mehrfach mit Hilfe von kleinen Trittsteinen oder querliegenden Baumstämmen kreuzte. Vorbei an Felsenpools und Mini-Wasserfällen erreichte ich schließlich den Lowveld-Viewpoint und gelangte von dort über den Tufa-Trail, vorbei am gleichnamigen idyllischen Wasserfall, wieder hinauf zum Resort. Nach der schönen aber schweißtreibenden 3 Stunden-Wanderung gab es dann abends ein leckeres Buffet im etwas feineren Kadishi-Restaurant mit Panorama-Fenstern und Blick auf den Canyon.

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