12. Tag

Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Zug nach Hampton Court und besichtigten das dortige Schloss mit den üppig blühenden Gärten. Die Apartments von William III konnten mit den Räumen von Windsor bei weitem nicht mithalten, aber die älteren Gebäude aus der Zeit Heinrichs VIII waren sehr interessant. So war der Vorhof damals für die zahlreichen Gäste, die empfangen wurden, wie ein Hotel mit komfortablen Unterkünften umbaut, die jeweils aus zwei Zimmern mit eigenem Kamin und Toilette bestanden. Die Abwässer wurden einfach in die vorbeifließende Themse geleitet. Heinrich VIII hatte fast 20 Jahre lang auf internationaler Ebene, seine erste Gemahlin Katharina auf der nationalen Ebene und Kardinal Wolsey auf der politischen Ebene gewirkt. Die drei bildeten dabei ein geniales Trio, das England auf der Weltbühne etablierte.

Am frühen Nachmittag fuhren wir bei recht kühlem Wind mit dem Boot auf der Themse nach London zurück. Auf der knapp dreistündigen Fahrt waren wir bis zum ersten Zwischenstopp allein auf dem Schiff mit 96 Plätzen. Die Flussufer waren zuerst recht naturbelassen und neben Stockenten, Gänsen und den ehemals königlichen Schwänen sahen wir auch Exoten wie Mandarin-Enten und Halsbandsittiche, die dort eine neue Heimat gefunden hatten. Gegenüber von Kew Gardens, dem botanischen Garten der Hauptstadt, nistete in den Bäumen sogar eine kleine Kolonie von Graureihern mit schon fast flüggen Jungvögeln. In Westminster angekommen, sahen wir uns das Parlament und Westminster Abbey an und fuhren dann mit der Underground zum Hotel zurück. Abends fuhr ich noch zum Tower und lief über die Tower Bridge und ein Stück die Themse entlang bis zur Tate Modern und St. Pauls auf der anderen Flusseite.

Die Gärten von Hampton Court
Die Gärten von Hampton Court

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