4. Tag

Am Vormittag besuchten wir die Felszeichnungen am Ubirr Rock. An verschiedenen Wänden gab es z.B. Zeichnungen von Figuren oder eine Galerie von Tieren, die bei den Aborigines auf der Speisekarte gestanden hatten. Auch einige Stellen an der Decke meterhoch über dem Boden waren bemalt. Da kein Mensch da herangekommen sein konnte, sollen dort Geister am Werk gewesen sein. Anschließend folgten wir einem Weg auf einen großen Felsen hinauf und hatten von dort einen herrlichen Ausblick auf das umliegende Schwemmland. Wir sahen große Gras- und Wasserflächen, Palmenhaine und natürlich die hier allgegenwärtigen, meterhohen Termitenhügel. Zwischen den Büschen sprang ein Wallaby herum und von Zeit zu Zeit flog ein weißer Kakadu lärmend über die Baumwipfel.

Auf dem Campingplatz hatten wir erfahren, dass heute die Gunbalanya Community in Arnhem Land einen Tag der offenen Tür anbot. Also durchquerten wir den South Alligator River, um in das Aboriginal-Gebiet zu gelangen. Das Dorf wurde aber nicht nur von Aborigines bewohnt und die ganze Veranstaltung hatte mehr etwas von einem Dorffest und nur wenig mit der Kultur der Ureinwohner zu tun. Es gab Football-Matches, Känguru- und Barramundi-Burger, Asia-Food, Helicopter Scenic Flights und Live-Musik. Die Aborigines selbst führten mit vier traditionell bemalten Tänzern in einer ca. 10-minütigen Darbietung nur einige Tänze vor und waren ansonsten selbst eher Zuschauer als Veranstalter. In einem Baum des Dorfes hatte sich eine kreischende Kakadu-Kolonie eingenistet und in vielen anderen Bäumen hingen nicht wesentlich leiser hunderte von Flugfüchsen, die sich mit ihren Flügeln ein wenig Kühlung zu fächelten.

Als der Fluß ab 15 Uhr wieder passierbar war, fuhren wir weiter zum Nourlangie-Rock. Am Weg gab es viele Überhänge und Durchgänge im Fels. Die dortigen Zeichnungen konnten zum Teil allein aufgrund der Motive datiert werden. So zeigte eine Wandmalerei z.B. auch ein Gewehr. Sie konnte also erst nach dem Kontakt mit den weißen Siedlern entstanden sein. Es gab hier einen weiteren Aussichtspunkt, der einen weiten Blick über eine große Waldfläche bis zum Kakadu-Escarpment bot.

Am Ubirr Rock finden sich bedeutende Felszeichnungen. Überwiegend im Röntgenstil gemalt, zeigen sie zumeist die Jagdbeute der Aborigines.

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