15. Tag

Nach einer schnellen Fahrt auf der durchgehend asphaltierten Straße nach Norden, erreichten wir um 12 Uhr das Tor zum Kgalagadi Transfrontier-N.P. in Twee Rivieren. Von dort führt eine 121 km lange Piste zum Mata-Mata Camp an der namibischen Grenze. Obwohl auf der Homepage des Parks „not suitable for sedan vehicles“ steht, ist die Strecke durch das Trockental des Auob trotz einiger Wellblech- und Sandpassagen auch mit einem normalen PKW zu bewältigen. Für die Mittagspause steuerten wir unterwegs die Auchterlonie-Picnic Site mit einem kleinen Museum an. In dem Gebäude oben auf dem Hang mit Blick ins Tal hatte früher ein aus den umliegenden Dörfern angeheuerter Wächter mit seiner Familie und dem Vieh gewohnt, der die Aufgabe hatte das dortige Bohrloch zu schützen und instand zu halten. Mit dem Ausbruch des ersten Weltkriegs hatte die Regierung der Südafrikanischen Union 1914 nämlich entlang des Auob eine Reihe von Bohrlöchern anlegen lassen, um die eigenen Truppen für den Fall einer Invasion von Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, mit Wasser versorgen zu können. Letztendlich erfolgte der Einfall in das Nachbarland aber über eine andere Route. Die Wächter blieben jedoch auf ihren Posten, völlig vergessen von der Verwaltung, denn schließlich dauerte zu dieser Zeit eine Reise nach Upington mit den üblichen Ochsengespannen ganze 14 Tage.

Die Vermessung und Aufteilung der Farmgelände hatte der Schotte Roger „Malkop“ Duke Jackson in den Jahren 1913-1917 durchgeführt, was die vielen gälischen Namen der Wasserlöcher erklärt. Als das Gebiet 1931 zum Nationalpark erklärt wurde, erhielten die verbliebenen Wächter neues Land am Kuruman-Fluss und verließen ihre Anwesen am Auob. Als wir um 18 Uhr schließlich in Mata-Mata ankamen, hatten wir hunderte von Springböcken in einer großen und mehreren kleinen Herden, Dutzende von Gnus, eine zwölfköpfige Giraffengruppe, einige Oryx-Antilopen, ein halbes Dutzend Sekretäre, drei Schakale, einen Geier, einen Fleckenuhu und mehrere Gelbschnabel-Tokos gesehen. Schon bald versank dann die Sonne glutrot hinter unserem Chalet und um 21.30 Uhr ging mit dem Generator auch im Camp das Licht aus.

Die sandige Piste durch das Trockental des Auob im Kgalagadi Transfrontier-Nationalpark.
Die sandige Piste durch das Trockental des Auob im Kgalagadi Transfrontier-Nationalpark.

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