1. Tag:

Da man uns an der Rezeption gesagt hatte, dass das Avis-Büro am Regionalflughafen schon um 8 Uhr öffnet, waren wir um 8.15 Uhr am Safari Hotel, trafen dort aber nur einen Wächter an, der uns 9 Uhr als Öffnungszeit mitteilte. Um 8.30 Uhr kam zwar schon ein Mitarbeiter, blieb aber bei lauter Musik einfach im Auto sitzen, weil er keinen Büroschlüssel hatte.

Um 9.30 fuhren wir dann endlich auf der B1 los in Richtung Süden. Nach einem kurzen Stop auf halber Strecke, beim Spar in Mariental, und einem Trinkjoghurt als Mittagessen, erreichten wir nach fünf Stunden Fahrt durch eine recht eintönige Landschaft gegen 14.30 Uhr die Farm Gariganus bei Keetmanshoop. In den Bäumen rund um den winzigen Pool saßen viele Vögel, unter anderem sehr scheue Rosenköpfchen und kolibriähnliche Nektarvögel, die sich mit ihren langen, krummen Schnäbeln an den gelben, tonnenförmigen Blüten der für die Gegend typischen Köcherbäume bedienten. Um 16 Uhr nahmen wir an der Fütterung der vier farmeigenen Geparden teil, zwei Weibchen in einem wenig naturnahen Gehege und zwei Männchen in einem weiteren. Aufgrund der Gefangenschaft und mangels Training würden die schnellsten Säugetiere der Welt aber nicht mehr ihre Spitzengeschwindigkeit von bis zu 120 km/h erreichen, erklärte man uns. Als die beiden Gepardinnen an ihren Fleischportionen kauten, die auf flache Steine gelegt worden waren, weil die Tiere auch nicht gerne Sand zwischen den Zähnen haben, konnte man zu ihnen ins Gehege gehen. Wer wollte, durfte ein Weibchen sogar im Nacken kraulen, da Geparden anders als andere Raubkatzen beim Fressen sehr tolerant sind.

Nach der Fütterung fuhren wir ein paar hundert Meter weiter zum auf dem Farmgelände gelegenen Köcherbaumwald. Auf einer Anhöhe stehen dort etwa 300 der Wahrzeichen Südnamibias zwischen schwarzen Doloritbrocken, in denen einige neugierige Klippschliefer leben. Außerdem gab es viele Vögel, die sich für die Blüten interessierten. Nach dem Sonnenuntergang gegen 17.30 Uhr betrachteten wir noch eine Weile die Silhouetten der Bäume vor dem bunten Himmel, der einen Farbverlauf von blau nach orange zeigte, und gingen dann zum Abendessen mit Springbok-Geschnetzeltem. Später gingen wir zu Fuß mit der Taschenlampe noch mal zu den von zwei Lichtmasten angestrahlten Köcherbäumen und versuchten diese zusammen mit dem beeindruckenden Sternenhimmel samt Milchstraße auf Chip zu bannen.

Gepard auf einer Guestfarm.
Gepard auf einer Guestfarm.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Autor *:

Webseite: