4. Tag

Um 10 Uhr starteten wir zu einer 24-stündigen Kameltour in die Umgebung der Stadt. Wir bekamen jeder ein Reitkamel mit Führer und ein drittes Tier zog den einachsigen Wagen mit Kochutensilien, Geschirr, Proviant und Wasser. Wir marschierten dann gemächlich durch einige kleine Dörfer, in denen die Frauen auf den Hinterhöfen die Wäsche wuschen oder Hirten ihre Ziegenherden durch die Gassen zum Brunnen führten. Die von zahlreichen Fahrwegen durchzogene sandige Landschaft bestand aus vielen Büschen, Bäumen, Überlandleitungen und Feldern. Gegen Mittag machten wir unter einem Baum eine Pause und es wurde frisch gekocht. Es gab gebratene Auberginen, Reis, eine dicke Sauce und frische Chapatis. Dazu wurde auf einem flachen Teller mit der Hand ein einfacher Teig geknetet, bestehend nur aus Weizenmehl und Wasser. Daraus formt man kleine Fladen, backt diese zuerst auf einer Metallplatte und wendet sie danach für wenige Sekunden über der offenen Flamme.

Dann zogen wir weiter, an einem abgeernteten Erdnussfeld vorbei, zu einem Brunnen. Die Kamele, die bis zu 250 Liter Wasser in einem Zug trinken können, waren jedoch nicht wirklich durstig. Am Nachmittag, als die Sonne zu sinken begann, erreichten wir das „Camp“. Auf einer kleinen Anhöhe stand schon ein Zelt für uns. Zudem gab es ein Waschhaus mit fließend Wasser, Handyempfang und eine Powerbank zum Aufladen der Akkus. Die Kamele wurden entladen, wälzten sich erst wohlig im Sand und legten sich dann gemütlich hin, um geräuschvoll mit dem Wiederkäuen zu beginnen.

Einer unserer Begleiter hieß Mahindra, wie die legendären Jeeps indischer Bauart. Er ist eigentlich Farmer und macht nur gelegentlich Touren mit Touristen. Da er zur Bewässerung nur den dreimonatigen Monsunregen nutzen kann, pflanzt er auf seinen Feld Linsen, Gurken und kleine salzige Wassermelonen als Tierfutter. Das Erdnussfeld, das wir gesehen hatten, gehöre einem reichen Städter, der sich eine teure künstliche Bewässerung leisten könne, erklärte er.

Von Bikaner aus kann man Kameltouren durch die umliegenden Dörfer in der Wüste Thar machen.

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