5. Tag

Um 6.45 Uhr starteten wir mit drei Schiffen und etwa 150 Touristen an Bord zu einer zweistündigen Bootsfahrt auf der Yellow Water Lagoon. Als die Sonne aufging verschwanden langsam die letzten Morgennebel und die Vogelwelt begrüßte den neuen Tag. Neben Macpie-Gänsen und Pfeif-Enten sahen wir auch einen Adler und einige Eisvögel. Im Wasser tauchte ab und zu sogar ein Krokodil auf. Bei der Rückfahrt lag ein ca. 2,5 m langes Exemplar direkt am Ufer in der Sonne, aber da die nächsten Passagiere ja schon warteten, fuhren wir einfach daran vorbei und schnell zurück zum Anleger.

Auf dem Weg zu den Jim Jim Falls bestanden die letzten Kilometer der Piste aus sandigen Passagen und einigen tief eingeschnittenen Bachdurchfahrten. Aber da unser Nissan Patrol ja dieses Mal (anders als 2001 in Sambia) über einen tadelosen Allradantrieb verfügte, erreichten wir den Parkplatz ohne Schwierigkeiten. Natürlich floß in der Trockenzeit fast kein Tropfen Wasser, aber die Schlucht war auch ohne Wasserfall sehr malerisch. Fast senkrechte Felswände, üppig grüne Palmen und kleine weiße Sandstrände säumten die Ufer. Und im klaren Wasser, das am kühleren Grund der Schlucht der Kraft der Sonne getrotzt hatte, sahen wir einige Fische und eine Krokodilfalle. Über die Felsen kletterten wir bis zum halbrunden Kessel am Fuß des Wasserfalls, wo wir uns im Schatten der 215 m hohen Wände ein wenig von der Hitze erholen konnten.

Abends ging ich zum Sonnenuntergang noch einmal zur Yellow Water Lagoon, wo der Himmel über dem Wasser in allen Regenbogenfarben leuchtete, bevor es langsam dunkel wurde. Nach kurzer Zeit vertrieben mich allerdings Heerscharen von Mücken und so machte ich mich auf den Weg in den Wald zu einer kleinen Nachtwanderung in Ufernähe. Auf der Suche nach den heimlichen Bewohnern des Nationalparks fanden ich allerdings nur unzählige handtellergroße Kröten auf dem Weg vor, andere Tiere ließen sich nicht blicken. Allerdings konnten ich nach der Rückkehr zum Zeltplatz die Dingos in der Nähe heulen hören.

Die etwa 200 m hohen Jim Jim Falls versiegen meist im Laufe der Trockenzeit, die im Outback von April bis Oktober dauert.

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