2. Tag:

Vor dem Frühstück fuhr ich nochmal zum Köcherbaumwald und beobachtete dort die Klippschliefer und eine Kolonie von Siedelwebern. Die spatzenähnlichen Vögel brachten immer wieder neue Grashalme heran und flochten diese geschickt in ihr ausladendes Gemeinschaftsnest ein. Beim Frühstück sahen wir dann vor dem Fenster eine der Gepardinnen und eine Erdmännchen-Sippe, die ihren Bau im Gehege unter einem Busch angelegt hatte und stehend das Geschehen beobachtete, während sie auf ihr Futter wartete.

Nach einem kurzen Tank- und Supermarkt-Stop in Keetmanshoop, das vom Kaiserlichen Postamt, der alten Kirche und einigen weiteren Gebäuden aus der Kolonialzeit abgesehen wenig attraktiv wirkte, fuhren wir zunächst auf der B4 in Richtung Lüderitz und bogen dann auf eine Schotterstraße nach Süden ab. Die gut gepflegte Piste verlief erst parallel zur Bahnlinie und führte dann durch den Gondwana Canyon Park mit weiten Ebenen und einzelnen Granit- und Doleritkuppen, aber scheinbar noch wenig Wildbestand. Wir sahen nur einige Springböcke, ein paar Zebras und Oryx-Antilopen sowie ein kleine Gruppe Strauße. Für eine kalte Cola stoppten wir am Canyon Roadhouse, das im Garten und im Inneren mit viel Liebe zum Detail mit alten Autos, Zapfsäulen, Werbetafeln und vielem anderen mehr dekoriert war. Die blühenden Köcherbäume vor dem Haus, einer wuchs direkt aus einem Autowrack heraus, wurden wieder von Nektarvögeln und anderen Vogelarten besucht. Am Hobas Camp fuhren wir dann in den Richtersveld Transfrontier-N.P. und steuerten zuerst den Hauptaussichtspunkt am Hell’s Bend an. Dieser bot einen tollen Blick auf die Flussschleife im bis zu 550 m tiefen Canyon und wurde von vielen Glanzstaren bevölkert, die unter dem Sonnendach auf Kekskrümel und anderes Essbares warteten. Wir besuchten noch die drei anderen Aussichtspunkte, zu denen auch der Hikers Point mit dem Einstieg für die fünftägige Canyon-Wanderung zählte. Dann entschieden wir uns nicht noch auf den Sonnenuntergang zu warten, weil die Schatten auf der einen Hangseite immer länger wurden und wohl eher morgens Fotolicht herrschte. Trotzdem erreichten wir das Ai Ais Resort nach einer kurvenreichen Fahrt durch eine raue Felslandschaft erst nach Einbruch der Dunkelheit. Von unseren großzügigen Zimmern im ersten Stock führten die Türen auf eine Galerie hinaus, die auf beiden Seiten an geschwungenen Treppen endete, über die wir vor dem Abendessen im Bademantel direkt zu einer Badelandschaft mit mehreren verschieden warmen Becken mit Thermalwasser gelangten, das vor dem Gebäude aus einer 65 °C heißen Quelle sprudelte.

Innenansicht vom Canyon Roadhouse.

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