2. Tag

Um unseren Mietwagen abzuholen, fuhr ich mit der Metro Bus-Linie 3 zum Flughafen. Dort ging es mit dem Shuttle-Bus weiter zum Terminal 2 und dann mit einem weiteren Bus zu Alamo. Mit einem schicken Pontiac G6 machte ich mich wenig später auf den Weg zurück zum Hotel. Als wir auf der Fahrt über den Sunset Boulevard zu unserem Motel in Hollywood den Rodeo Drive kreuzten, bogen wir kurzentschlossen ab und steuerten das nächstgelegene Parkhaus eines exklusiven Einkaufszentrums an. Dort empfing uns ein feiner Herr, um unseren Wagen einzuparken. Da die Gebühren aber 10 US$ pro Stunde betragen sollten, winkten wir dankend ab und suchten uns ein städtisches Parkhaus für nur 1 US$ pro Stunde. Weil der Ticketautomat jedoch nur Münzen annahm, ging ich in die nächstgelegene Nobel-Boutique, wo die aufgestylte Verkäuferin meinen Geldwechsel-Wunsch nur mit knappem Lächeln quittierte und gelangweilt auf den Wechselautomaten hinter dem Parkhaus verwies.

Auf der teuersten Einkaufsmeile von Beverly Hills, die von Palmen und hübschen Blumenbeeten gesäumt wurde, reihten sich dann die Designer von Rang und Namen aneinander, doch ein paar Ladenlokale standen auch leer. Am Straßenrand parkten zwar vereinzelt Nobelkarossen, wie Rolls Royce, Aston Martin, Porsche oder Jaguar, doch die meisten Autos auf der Straße waren Mittelklasse-Modelle. In einem exklusiven Porzellangeschäft wurde mir der Wunsch nach einem Foto des imposanten Treppenaufgangs freundlich gewährt, und als ich vor dem Porsche Design-Shop stehen blieb, bat mich Verkäufer Kevin Coleman gleich herein und fragte, ob ich etwas trinken wolle. Als ich ablehnte, stellte mir der smarte, dunkelhäutige Mann mit schickem Anzug und Sonnenbrille, die ebenso wie sein Gürtel von Porsche stammte, sein Sortiment vor. Es gab zum Beispiel Taschen aus dem gleichen Leder wie die Sportsitze, Schuhe mit Sohlen aus dem Gummi der Reifen, oder Tabakpfeifen aus dem gleichen Material wie der Schaltknüppel. Schließlich fragte mich Kevin ob Deutschland und Österreich eigentlich zwei eigenständige Staaten wären und ob man dort dieselbe Sprache sprechen würde.

In Hollywood angekommen, spazierten wir von unserem Motel direkt am Sunset Boulevard zum Chinese Theater am Hollywood Boulevard. Die Sterne des dortigen Walk of Fame waren teilweise in schon recht mitgenommenen Pflastersteinen eingelassen und die Gegend erwies sich als große Inszenierung für die Touristen. Es gab zahlreiche Kitschläden, teure Restaurants und jede Menge kostümierte Filmhelden, die für 1 US$ für Fotos posierten. Per Megafon wurden außerdem lautstark spektakuläre Stadtrundfahrten zu den Villen der Stars angepriesen. Von den Aussichtsbalkonen eines recht neu aussehenden Einkaufszentrums hatten wir dann einen guten Blick auf den berühmten, aber weit entfernten Hollywood-Schriftzug. Die Gänge und Treppenaufgänge vor dem Music-Store „Hot Topic“ belagerten gerade hunderte von schwarz gekleideten Punk- und Gothic-Anhängern, die vor den von einem Dutzend Sicherheitsleuten geschützten Türen des Ladens auf eine Autogrammstunde von Marylin Manson warteten, die um 18 Uhr beginnen sollte.

Auf dem Vorplatz des Chinese Theaters, wo gerade der 4. Teil der Terminator-Filmreihe Premiere feierte, bewunderten wir dann noch die Hand- und Fußabdrücke von R2D2, C3PO und Darth Vader sowie anderen berühmten Filmgrößen, bevor wir ins Motel zurück kehrten.

Szene am Rodeo Drive in Beverly Hills.

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