5. Tag

Gegen Mittag fand auf der für den Verkehr gesperrten Plaza de Armas ein großes Defilieren der verschiedenen Schulen von Cuzco statt. Alle Gruppen trugen die jeweiligen Uniformen und hatten sich fein herausgeputzt. Vorneweg ging meist ein Fahnenträger, der manchmal noch so jung war, dass er das zu tragende Gewicht kaum halten konnte. Eine Kapelle vor der Kathedrale spielte Marschmusik, während die Abordnungen in mehr oder weniger perfektem Stechschritt vorbei zogen. Auf dem Platz vor der Kirche war direkt hinter der Treppe ein Podium mit Sonnendach aufgebaut, auf dem die Würdenträger Platz genommen hatten. Unten vor den Stufen saßen die Juroren mit ihren Bewertungsbögen. Ebenso wie die teilnehmenden Lehrer, die größtenteils etwas lustlos wirkten, teilweise aber auch enthusiastisch ihre Beine hochwarfen und die Arme schwangen, machten auch die Schüler überwiegend sehr ernste Gesichter. Die Zuschauer rechts und links neben der Strecke würdigten sie keines Blickes. Ein Moderator kündigte alle Gruppen mit begeisterter Stimme an und sprach immer wieder vom glorreichen Peru und dem Dienst am Vaterland.

Am Abend fand auf der Plaza Tupac Amaru ein ganz ähnlicher Aufmarsch statt, ebenfalls mit Schuluniformen, Moderator und Jury. Immer wieder wurden Knaller gezündet und abseits der Paradestrecke führte eine Gruppe von neun Männern in bunten Kostümen traditionelle Tänze auf. Dabei bewegten sich immer vier Paare um einen einzelnen Tänzer in der Mitte herum.

Aurora erzählte diese Veranstaltungen seien noch ein Überbleibsel der elfjährigen Militärdiktatur und würden jedes Jahr über zwei Tage im ganzen Land stattfinden. Der Aufmarsch in Cuzco war sogar den abendlichen Fernseh-Nachrichten einen Bericht wert.

Große Parade der verschiedenen Schulen von Cuzco auf der gesperrten Plaza de Armas.

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