4. Tag:

Nach dem Frühstück fuhren wir um 8 Uhr bei Nieselregen und grauem Himmel los. Die Strecke führte zunächst durch Farmland mit trockenem Gras, in Karasburg machten wir dann einen Einkaufs- und Tankstop und ließen danach den Regen hinter uns. Bei blauem Himmel bogen wir hinter dem Ort am Friedhof auf die C11 ab, die eine hügelige Landschaft mit vielen kleinen Tafelbergen durchquerte. Der braune Boden war mit unzähligen kleinen Steinen übersät, die später von ockerfarbenem Sand abgelöst wurden. Hinter dem Dorf Aroab war schon bald die Grenze bei Rietfontein erreicht, wo die fünf südafrikanischen Zollbeamten offenbar sehr viel Langeweile hatten, denn in ihren Büro stand ganz offen eine Spielkonsole mit zwei Controllern und auf dem Bildschirm lief eine Fußball-Simulation. Einer der Männer fragte uns nach dem Baujahr des Autos und erklärte, dass wir die in Namibia gekauften südafrikanischen Äpfel nicht einführen dürften. Außerdem bestand er darauf eine Inventarliste von unserer Fotoausrüstung zu erstellen, damit es bei der Ausreise keine Zollprobleme damit gebe. Als er dann vier Mal „Canon Camera“ ohne Typenbezeichnung aber mit Seriennummer notiert hatte, hatte er das Obst vergessen. Auch nach dem Overborder Letter fragte er nicht und ließ uns passieren.

Da die Schotterpisten in Namibia sehr gut gewesen waren und die Reststrecke in Südafrika asphaltiert war, erreichten wir nach knapp 500 km und gut sechs Stunden Fahrtzeit schließlich den Kgalagadi Transfrontier-N.P.. Im Parkhauptquartier in Twee Rivieren dauerten die Formalitäten für unsere Ausreise am übernächsten Tag weitere 30 Min., doch dann konnten wir endlich kurz das Gepäck in unserem Cottage deponieren und zur ersten Pirschfahrt in den Park starten. Wir fuhren auf der Piste nach Nossob bis zum Leeuwdril-Wasserloch und sahen unterwegs einige Oryx-Antilopen und Springböcke, vier Helle Singhabichte (Melierax canorus), zwei Riesentrappen, einen Strauß und zwei Schakale. Auf der Weiterfahrt nach Rooiputs kamen uns bereits eine ganze Reihe von Geländewagen entgegen und auch das Auto vor uns drehte wieder um, was uns erstaunte, denn wir glaubten es sei erst 16.45 Uhr. Uns war garnicht aufgefallen, dass wir in Südafrika die Autouhr eine Stunde hätten vorstellen müssen, und in 15 Min. um 18 Uhr würde das Tor des Restcamps schließen. Also drehten auch wir schleunigst um, und kamen fünf Min. zu spät dort an. Auf unserem Park-Permit wurde dann sorgfältig unsere Rückkehr vermerkt und das Faltblatt in die Parkkartei einsortiert. Am nächsten Morgen zur Toröffnung um 7.30 Uhr Ortszeit würden wir es mit Vermerk für die geplante Tagestour wieder abholen können. Nach dem Abendessen im Camp-Restaurant war dann um 21 Uhr Bettruhe angesagt.

Strauß im Abendlicht im Kgalagadi Transfrontier-Nationalpark.
Strauß im Abendlicht im Kgalagadi Transfrontier-Nationalpark.

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