9. Tag

Die heutige Fahrt führte zuerst wieder über die H1 nach Satara. Unterwegs querte plötzlich eine Tüpfelhyäne die Straße und verschwand dann im Gebüsch am Ufer eines Wasserlaufs. 100 m weiter fanden wir sie aber wieder. Sie lag hechelnd und mit tropfendem Maul unter einem Strauch. Nach einigen km hatte ein älteres südafrikanisches Pärchen angehalten und blickte mit Ferngläsern in die Steppe. Nach einigem Suchen entdeckten auch wir in größerer Entfernung die vier Löwinnen, die bei laut Autothermometer 41 °C wie fast alle Tiere Schatten unter einem Baum gesucht hatten. Dann passierten wir den Büffelkadaver vom Vortag, von dem aber nicht viel mehr als der Kopf und die Rippen übrig war. Als wir danach ein Stück weiter wieder die Südafrikaner stehen sahen, stoppten wir ebenfalls und sahen drei Geparden unter einem Gebüsch, die uns den Rücken zudrehten und aufmerksam in die andere Richtung blickten. Die Weiterfahrt nach Skukuza führte dann durch eine höher gelegene, sehr grün aussehende Baumsavanne. Immer wieder tauchten Elefanten-Familien mit Nachwuchs auf, viele Impalas und Zebras, aber auch Gnus, Büffel, Paviane und einige Flusspferde im Wasser. Um 14.30 Uhr erreichten wir das Hauptcamp des Krügerparks und als wir ausluden war es im Kofferraum so warm, dass nur unsere vorgefrorene „Eisbombe“ aus einer zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllten Pepsiflasche die Butter davor bewahrt hatte die Tupperdose zu fluten. Kurz nachdem wir unseren Bungalow bezogen hatten, trudelte dann etwas Dunkles aus dem Dachgebälk zu Boden, das sich als kleine Fledermaus entpuppte, die unter ihren Flügeln ein winziges Baby trug. Da alle Fenster und die Tür mit Moskitogittern versehen waren, brachten wir das Tier, das sich an einen Rucksack geklammert hatte, vorsichtig nach draußen, wo es nach wenigen Sekunden davonflog.

Um 16 Uhr startete ich zu einer weiteren Pirschfahrt über den Marula Loop. Schon bald brach ein heftiges Sommergewitter los, das die Temperaturen auf angenehme 24 °C senkte und nach einer halben Stunde weiterzog. Auf dem Loop selbst entdeckte ich nur einige Impalas, während das Unwetter noch immer am Horizont blitzte. Wieder zurück auf der Hauptstraße bog ich dann in Richtung Skukuza ab und sah bald ein Safarifahrzeug am Straßenrand. Das junge Pärchen an Bord rief mir sogleich ganz begeistert „A Leopard“ zu und tatsächlich lag ein solcher etwa 15 m entfernt hinter einem Gebüsch, so dass durch die Blätter leider nur einige gefleckte Fellstücke zu erkennen waren. Der Guide war gefahren und hatte dabei das Tier aufgespürt, ich dagegen hätte es ohne den freundlichen Hinweis sicher nicht gesehen. Zurück im Restcamp steuerte ich gerade den Shop an, als das Gewitter zurückkehrte und der nächste Wolkenbruch herunterkam. Um nicht total nass zu werden, musste ich einige Zeit im Geschäft warten und drehte anschließend noch ein paar Runden durch die schlecht beleuchtete Bungalow-Siedlung, bevor ich unser Haus 46 wiederfand. Den ganzen Abend über hörten wir dann noch immer wieder Donnergrollen.

Ein Wolkenbruch im Krüger-Nationalpark in der Gegend um Skukuza.
Ein Wolkenbruch im Krüger-Nationalpark in der Gegend um Skukuza.

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