17. Tag

Tagsüber waren die Geysire wenig eindrucksvoll, denn man sah nur dünne Rauchfahnen. Am frühen Morgen kurz nach Sonnenaufgang bot sich dagegen ein ganz anderes Bild. Allerdings mussten wir uns die dampfende Kulisse der heißen Quellen, die aufgrund der eisigen Luft nun in dichte Rauchschwaden gehüllt waren, mit ein halben Dutzend Kleinbusladungen anderer Touristen teilen, die die halbkreisförmig ummauerten Aussichtspunkte bevölkerten. Im Tourpreis eingeschlossen war eine heiße Tasse Kakao, zur Zubereitung frisch vor Ort waren zuvor einige Tetrapacks mit H-Milch direkt im heißen Quellwasser erhitzt worden.

Die Weiterfahrt führte uns vorbei an vereisten Bächen hinab in die Wüstenebene von San Pedro de Atacama. Hier wehte zwar auch ein ständiger Wind, der jedoch bedeutend wärmer war. Nachdem wir die Erklärungen der Einheimischen nur halb verstanden und eine Weile herumgekurvt waren, fanden wir endlich die versteckt in einem Hinterhof liegende Tankstelle des Ortes, in dem es nur drei Branchen zu geben schien: Hostals, Restaurants und Touranbieter. Obwohl viele Häuser von außen keinen allzu einladenden Eindruck machten, sahen wir durch die Eingangstüren in einige schön bepflanzte und gestaltete Innenhöfe.

Am frühen Nachmittag besuchten wir das Valle de la Luna. Das Tal, einst ein urzeitlicher See, war im Eingangsbereich übersät mit Fußspuren, die besonders auf den Hängen der Sanddünen nicht zu übersehen waren. Der hintere Bereich war dagegen fast unberührt. Am Abend fuhren wir weiter nach Toconao, wo wir uns nach einer Übernachtungsmöglichkeit erkundigten. Erst empfahl man uns Senor Louis, der dann aber doch keine Zimmer mehr vermietete, danach wurden wir zu einem kleinen Laden geschickt, der im Hinterzimmer eine eigene Bäckerei betrieb. Dort verteilte die Chefin gerade die frisch gebackenen, flachen und runden Brötchen, die die Kunden gleich tütenweise abholten. Ihr Mann Wilfredo brachte uns auf das Gelände eines Wohnheims am Rande des 500-Seelen-Dorfes, wo wir zuvor bereits vergeblich nach einer Unterkunft gefragt hatten, und gab uns den Schlüssel für einen der kleinen Bungalows, die versteckt hinter dem Hauptgebäude lagen. Aufgrund der späten Stunde machten wir uns zum Abendessen vor der Tür schnell ein paar Konservendosen auf Aldos Kartuschenkocher warm.

Das Valle de la Luna bei San Pedro de Atacama.

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