8. Tag

Bei der morgendlichen Kanutour war einfach alles geregelt. Eine Halbtagestour ging entweder von 9-13 Uhr oder von 13-17 Uhr und auf dem Hinweg musste man auf der rechten und auf dem Rückweg auf der linken Flussseite fahren. In der prallen Sonne war das Paddeln aber eine recht schweißtreibende Sache und so kamen wir zu Wasser nur ein kleines Stück weiter als am Vortag an Land. Denn zwischen den insgesamt 13 Abschnitten der Schlucht gab es jeweils felsige Abschnitte mit kleinen Stromschnellen. Stromaufwärts waren sie nur durch Aussteigen und Umtragen zu überwinden und stromabwärts konnte man sie auch durchfahren. Das war allerdings eigentlich vom Verleiher verboten und außerdem wurden Fahrfehler gelegentlich mit Kentern bestraft. Das mussten auch wir feststellen, als uns ein zwischen den Steinen verkantetes Boot den Weg versperrte und eines unserer drei Boote dadurch so unglücklich stecken blieben, dass es erst voll Wasser und dann auf Grund lief.

Auf der anschließenden Weiterreise sahen wir auf einem Parkplatz in Katherine wieder diese bunt verzierten, alten Autos. Wir erfuhren von Brady, der seinen Wagen zum Thema Schafe gestaltet hatte und uns für ein Erinnerungsfoto erst mal mit lustigen Schafsmützen ausstattete, dass es sich hier um eine Station des Vic Bash-Rennens handelte. Dabei fuhren 120 Teilnehmer in 10-14 Tagen überwiegend auf Schotterstraßen die 6.000 km lange Strecke von Melbourne nach Darwin. Überall in Australien gab es in den verschiedenen Landesteilen Routen, die von den dortigen Gruppen gefahren wurden und die Erlöse kamen alle einer Kinderhilfsorganisation zugute. Wir schauten uns dann noch kurz im Pub um, wo die Fahrer, die zum Teil passend zu ihren Fahrzeugen kostümiert waren, Lunch- oder auch einfach nur eine Bierpause machten.

Unsere Fahrt endete schließlich an den heißen Quellen von Mataranka. Dort befand sich ein Pool mit Thermalwasser inmitten eines kleinen Palmenhains. Die Bäume waren seit etwa einem Jahr die neue Heimat für etwa 200.000 little red flying foxes. Sehr zum Leidwesen des Besitzers hielten sich seitdem die meisten Gäste aufgrund des permanenten Lärms, der zu Boden fallenden Hinterlassenschaften und des damit verbundenen Gestanks fern. Er hatte auch schon ein Hilfsgesuch an die Regierung gesandt, aber nie eine Antwort darauf erhalten. Die Flugfüchse hatten bisher nämlich den Tag in einer Höhle in der Nähe verschlafen und nur für wenige Wochen diesen Ort bevölkert. Aus bisher ungeklärten Gründen waren sie nun aber offensichtlich dauerhaft umgezogen. Jedenfalls setzten sich alle pünktlich zum Sonnenuntergang gegen 18.30 Uhr mit viel Aufhebens in Bewegung, um im Schutze der Nacht auf Futtersuche zu gehen. Für ca. 15 Minuten bot sich dann ein beeindruckendes Schauspiel: Der Himmel war schwarz von den unzähligen, kleinen, geflügelten Wesen, die in schier endlosem Zug den Palmenhain verließen und alle in einer Richtung in der Dunkelheit verschwanden. Danach kehrte Ruhe ein und auch hier wagten sich einige Wallabys auf die Zeltplatzwiese.

Beim Vic Bash-Rennens fuhren 120 Teilnehmer in 10-14 Tagen die 6.000 km lange Strecke von Melbourne nach Darwin.

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