6. Tag

Mittags ging die Parade auf der Plaza de Armas weiter. Am Beginn der Strecke achtete ein Ordner noch einmal genau darauf, dass die Formation eingehalten wurde und gab dann erst das Startsignal. Zwischen den Zuschauern liefen die fliegenden Händler umher und boten alles an, was das Publikum wünschen könnte, angefangen bei Sonnenhüten aus Pappe, über Maiskekse und Götterspeise in kleinen Plastikbechern, die als „Gelatina“ angepriesen wurde, bis hin zu verschiedenen Sorten Eis.

Am Abend wurde in den Räumen von Maximo gefeiert, Anlass war der bestandene TOEFL-Test eines Englisch-Kurses. Es gab laute Musik aus zwei riesigen Boxen und kleine Häppchen. Danitza, unsere Lehrerin, war aber nicht gekommen. Sie hatte am Morgen auf unsere Nachfrage bemängelt, dass meist bereits spätestens um Mitternacht alles zu Ende sei. Außerdem würde zwar viel geplappert und viel getrunken, aber zu wenig getanzt. Sie möge Partys zwar sehr, aber in Südamerika sei es üblich dabei bis in die frühen Morgenstunden fast ununterbrochen zu tanzen. Auch meine Gastgeber waren ausgegangen, Aurora hatte eine Einladung zu einer Hochzeit bekommen und Marcos hatte sich mit Freunden verabredet. Beide kamen gegen erst 4 Uhr nach Hause.

Die Veranstaltung ist ein Überbleibsel der elfjährigen Militärdiktatur und findet jedes Jahr über zwei Tage im ganzen Land statt.

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