18. Tag

Über Socaire erreichten wir die malerischen Lagunen Meñiques und Miscanti. Das tiefblaue Wasser wurde eingerahmt von einer weißen Salzkruste. Die Hintergrundkulisse bildeten die Gipfel des 5.622 m hohe Cerro Miscanti und des 5.910 m hohen Cerro Meñiques. Unangenehme Begleiterscheinung war hier wieder ein eisiger Wind. Bis zur Mittagszeit waren wir allein. Als wir es uns jedoch gerade auf den Stühlen des Refugios für eine kleine Mahlzeit gemütlich gemacht hatten, trafen mehrere Minibusse mit anderen Urlaubern ein, die alle nacheinander über einen mit Steinen markierten Weg zum Ufer hinunter gingen, bevor sie ein Stückchen weiter wieder von den Bussen eingesammelt und zur zweiten Laguna gebracht wurden.

Auf der Rückfahrt entdeckten wir einen Andenfuchs, der sich im letzten Abendlicht nur wenige Meter neben der Straße perfekt in Positur setzte. Bevor ich jedoch mein Teleobjektiv einsetzen konnte, war die Sonne hinter den Bergen verschwunden und auch der Fuchs hatte es sich inzwischen einige Meter weiter in einer Felsrinne gemütlich gemacht, aus der er nur noch von Zeit zu Zeit neugierig hervorlugte.

Die Dämmerung schien auch unseren Orientierungssinn verdunkelt zu haben, denn nach einer längeren Fahrt tauchte plötzlich eine für Chile untypische, über die ganze Straßenbreite reichende Schilderbrücke auf, darauf stand unter anderem „Tucuman 263 km“. Ein Stückchen weiter bestätigte ein weiteres Schild unseren Verdacht, wohin es uns verschlagen haben könnte: „Bienvenidos a Argentina“. Als wir umdrehten lasen wir dann „San Pedro 200 km“ und erst nach etlichen Kilometern gelangten wir wieder an den unscheinbaren chilenischen Grenzposten. Auf der Hinfahrt hatte das Gebäude verlassen gewirkt, niemand hatte von uns Notiz genommen und die Schranke war offen gewesen. Nun war sie jedoch verschlossen und ein Grenzsoldat kam zu uns heraus und wollte die Pässe sehen. Die Grenzer waren jedoch alle sehr nett und akzeptierten anstandslos unsere Erklärung die falsche Piste gefahren zu sein und auch die fehlenden Stempel. Es schien ihnen sogar ein wenig peinlich, dass sie unsere „illegale Ausreise“ kurze Zeit zuvor überhaupt nicht bemerkt hatten, jedenfalls ließen sie uns mit der Ermahnung vorsichtig zu fahren passieren. Nachdem wir bei heftigem Wind das Benzin aus dem Dachtank umgefüllt hatten, stellten wir später fest, dass wir direkt hinter den Lagunen falsch abgebogen und somit nicht zurück nach San Pedro, sondern in die entgegengesetzte Richtung gefahren waren. Gegen 22.30 Uhr erreichten wir dann wieder den kleinen Wüstenort und nach einen späten Abendessen lagen wir um 1 Uhr auch endlich in unseren Betten.

Ein Vicuna an der Laguna Meniques.

 

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