6. Tag

Wir folgten dem Strip nach Süden, fuhren in Downtown an der Fremont Street mit ihrem Lichtertunnel vorbei und verließen dann Las Vegas in Richtung Hoover Dam. Dort entsteht gerade eine gewaltige Bogenbrücke, damit der Verkehr nicht mehr direkt über die Staumauer fahren muss. Bei Kingman bogen wir auf ein weiteres Stück der Route 66 ab und stoppten in Hackman am General Store von John Pritchard. Das Geschäft wurde 1934 gebaut und war ursprünglich ein Gas, Grocery und Food Store in der kleinen Stadt an der Bahnlinie, zu der die Cowboys aus der Umgebung kamen, um ihr Vieh auf den Zug nach L.A. zu verladen. Als dann 1978 der moderne Highway 40 öffnete, schloß der Shop ebenso wie viele andere Geschäfte an der alten Route 66. Pritchard kaufte den Laden 1998, nachdem er jahrelang leer gestanden hatte. Das gesamte Inventar hat er in 40 Jahren entlang der Route 66 gesammelt.

„Der Laden zeigt mein Leben, die Route 66 ist mein Hobby. Sie beschäftigt Dich, Du triffst viele Leute und Dein Geist bleibt in Schwung.“ Die Straße sei Teil der amerikanischen Geschichte und für ihn selbst und viele andere kleine Jungen wäre es früher der persönliche ‚American Dream’ gewesen einmal die ganze Straße entlang zu fahren. Dieser Wunsch sei sicher auch der TV-Serie „Route 66“ aus den 50-er und 60-er Jahren geschuldet.

Pritchard sammelt Memorabilien von Elvis und Marilyn, alte Zapfsäulen, aber auch vieles andere. Die rote Corvette vor dem Haus ist z.B. Baujahr 1957, es ist das gleiche Modell wie das Auto aus der Fernsehserie. Pritchard hat sie vor 25 Jahren in Bundesstaat Washington gefunden. „Ich bin der zweite Besitzer, ich kaufte den Wagen und fuhr damit nach Hause.“

Die Jukebox von 1938 stammt dagegen aus einem alten Motel in Oatman, einer kleinen Cowboy-Stadt mit einer Goldmine hoch oben in den Bergen bei Kingman an der Route 66.

Nach Pritchards Beobachtungen kommen die meisten Besucher des Shops erstaunlicherweise nicht aus Amerika, sondern aus aller Welt und den größten Anteil haben die Deutschen.

Auf der Weiterfahrt wurde es langsam kühler und die Landschaft wandelte sich von Wüste zu Prärie mit grünem Gras und kleinen Büschen. Immer wieder begegneten wir einzelnen Harley-Fahrern. In Seligman, der selbsternannten Geburtsstadt der Route 66, trafen wir sogar  auf eine größere Gruppe von 20 Bikern mit ihren herausgeputzten Maschinen. Der Hwy 64 zum Grand Canyon durchquerte dann den Kaibab National Forest, dessen Nadelbäume teilweise deutliche Brandspuren aufwiesen. Gegen 18 Uhr erreichten wir die Maswik Lodge am Südrand der Schlucht und machten uns gleich auf den kurzen Fußweg zum Shuttle-Bus, der uns zum Hopi Point brachte, wo wir zusammen mit etwa 100 anderen Parkbesuchern den Sonnenuntergang anschauten. Es roch nach würzigem Harz und war inzwischen so kalt, dass man eine Jacke brauchte. Nach der Rückkehr zu unserem Bungalow konnten wir noch drei Rehe beobachten, die auf dem Parkplatz vor dem Haus in der Dunkelheit grasten.

Der General Store in Hackberry an der Route 66.

2 thoughts on “26. Mai 2009 – Route 66

  1. Hallo Stefan,
    erstmal vielen Dank für das Lob
    meiner Seite. Mit dem zweisprachigen
    Aufbau wollte ich vordergründig, dass
    meine amerikanischen Bekannten meine
    Reisen mit verfolgen können.
    Natürlich hoffe ich auch, dass sich
    meine Seite somit weit verbreiten
    kann. 🙂
    Auch ich habe etwas auf deiner Seite
    gestöbert und bin als großer Route 66
    Fan hier hängengeblieben. Ich bin
    damals leider auf meiner Tour nicht
    in Hackman, Kingman oder Oatman
    gehalten habe. Aber da ich die Tour
    nochmal mache, wird das sicherlich
    das nächste Mal klappen. 🙂

    LG
    Sebastian

    1. Hallo Sebastian,
      bitte, bitte, sehr gerne 🙂
      Freut mich, dass Du Dich auch bei mir umgesehen hast. Der General Store in Hackberry sieht wirklich genau so aus, wie man sich ein Stück Route 66 romantisiert vorstellt. Der Besuch lohnt auf jeden Fall. Zudem ist auch Roy’s Cafe in Amboy, einer verlassenen Siedlung, an einem erhalten gebliebenen Stück der historischen Route 66 sehr fotogen. Ein Bild davon findest Du im Slider zur „USA Südwesten“-Reise oder einfach mal googeln. Vielleicht solltest diesen Stopp auch noch in Deine nächste Tour einbauen?
      LG
      Stefan

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