19. Tag

Beim Ergänzen unserer Vorräte mussten wir feststellen, dass es in ganz San Pedro nicht ein einziges Paket Toastbrot zu kaufen gab, daher mussten wir ersatzweise auf eine große Tüte mit den Restbeständen an bierdeckelgroßen Brötchen aus der örtlichen Bäckerei zurück greifen. Beim Bezahlen sahen wir jedoch, wie im Backstuben-Hinterzimmer schon neue Teiglinge aus einem ausgerollten Teigband ausgestochen wurden.

Nach Erledigung der chilenischen Grenzformalitäten reisten wir über Hito Cajónes nach Bolivien ein. Beim Anstieg auf den 4.480 m hohen Pass konnten wir fast zusehen, wie sich die Tanknadel unseres Nissan stetig abwärts bewegte. Wenige Kilometer hinter dem Grenzposten begann das Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Avaro, erstes Ziel war dort die Laguna Verde. Um die Mittagszeit verfärbt sich ihr kristallklares Wasser aufgrund der Reaktion des darin enthaltenen pflanzlichen Planktons milchig-grün. An das in Windrichtung liegende Ufer hatten heftige Böen zudem eine weiße Schaumschicht geblasen. Auf der Fahrt nach Norden führte eine staubige Wellblechpiste mit unzähligen Fahrspuren nebeneinander dann durch eine braune Geröllwüste. Sandige Hänge wechselten sich ab mit spärlich bewachsenen Abschnitten, doch offensichtlich bot selbst diese karge Gegend genug Nahrung für die auch hier anzutreffenden Vicuñas. Am Salar de Chalviri mit einigen Flamingos bogen wir nach Westen zur Laguna Colorada ab. Nach einem Abstecher zur Zollstelle Apacheta auf 5.050 m Höhe, wo wir die Fahrzeugpapiere abstempeln lassen musste, passierten wir den Sol de Mañana-Geysir. In der einsetzenden Dunkelheit schlingerten wir anschließend auf einer sehr schlechten Wellblechpiste am Ufer der Laguna Colorada entlang, bis wir endlich das örtliche Refugio fanden, wo bereits ein halbes Dutzend Geländewagen stand. Neben einem unordentlichen Laden mit Wasser, Keksen, Thunfischdosen und ein paar anderen lebenswichtigen Dingen, gab es einen Stromgenerator und ein Dutzend unbeheizte Mehrbettzimmer. Die Betten bestanden aus einem gemauerten Ziegelstein-Sockel, einer Schicht Pappe, zwei dünnen, übereinander liegenden Matrazen und den üblichen Wolldecken. Wir kochten dann in unserem Zimmer, so dass dort bald deutlich angenehmere Temperaturen herrschten als die Minusgrade vor der Haustür.

Gewirr von Fahrspuren im Reserva Nacional Eduardo Avaroa.

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