8. Tag

Um 5.45 Uhr wurde ich bei Aurora abgeholt. Die Fahrt zur Atalaya-Lodge in der Nähe des Dorfes Chontachaca in der Zona Cultural des Manu-N.P. dauerte insgesamt elf Stunden, inklusive einiger Stopps, unter anderem zum Besuch der Chullpas von Ninamarka und zum Mittagessen. Zuerst führte die Schotterstraße durch trockenes Bergland und dann hinab in den Nebelwald. Die serpentinenreiche Strecke wies starke Erosionsschäden auf, immer wieder waren größere Hangabschnitte abgerutscht. Unterwegs hielten wir an einem Holzverschlag, dort hatte ein geschäftstüchtiger Peruaner einen kleinen Unterstand gebaut und nahm nun Eintritt für den Besuch eines Balzplatzes des Cock of the rock, des peruanischen Nationalvogels. Wir entdeckten aber auch von der Straße aus drei Hähne im umliegenden Gebüsch. An Ziel angekommen, mussten wir den Cosñipata-Fluss mit Hilfe einer Hängebahn überqueren, um die Lodge selbst zu erreichen. Der Nebelwald machte seinem Namen dabei alle Ehre, denn es nieselte und alles war feucht. Bei dieser Witterung dauere es drei Tage bis nasse Kleidung getrocknet sei, hieß es. Für die Gäste standen hinter dem Haupthaus zwei offene, mit Fliegendraht versehene Hütten, die mit je drei mit Moskitonetzen bewährten Betten, Toilette, Waschbecken und Kaltwasserdusche ausgestattet waren. Die Geräusche der Nacht dominierten hier nicht die zahlreichen Insekten, sondern das Rauschen des schnell fließenden Flusses.

Die Chullpas von Ninamarka sind alte Begräbnistürme.

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